Jack Reviews - AAA Games, Indie Games, Visual Novels und mehr!: 2017

[Review] Might & Magic X - Legacy

Oldschool RPG

Bevor ich überhaupt irgendwas zum Spiel sage, sollte ich vermutlich erwähnen, dass ich bis zum heutigen Tage nur zwei Teile der Reihe gespielt habe. Zum einen Might & Magic 6, wo außer endlosen Gegnerhorden nichts haften geblieben ist, sowieso Might & Magic 4. Letzteres ist allerdings so lange her, dass ich das Gameplay damals nicht wirklich verstanden habe. Ich musste sogar cheaten um überhaupt irgendwie voranzukommen. Von daher kann ich Legacy mit keinem dieser Teile vergleichen, auch wenn es Might & Magic 4 am ähnlichsten zu sein scheint.

Legend of Grimrock 2 ist Might & Magic X aber auch sehr ähnlich, nicht nur wegen der Grid-basierten Steuerung, sondern weil es ebenfalls auf einer Insel spielt. Im Gegensatz zu Grimrock gibt es aber nicht nur Dungeons sondern auch eine Reihe von Städten zu erforschen, wodurch man nicht auch nur annähernd so planlos durch die Gegend läuft. Might & Magic X ist außerdem ein bisschen linearer, was unter anderem am Kampfsystem liegt.

In Legend of Grimrock findet das in Echtzeit statt, wodurch man Gegnern eventuell aus dem Weg gehen kann. In Might & Magic X kommt dafür ein rundenbasiertes Kampfsystem zum Einsatz, was eine Flucht absolut unmöglich macht. Mir ist es jedenfalls nicht gelungen die Gegner irgendwie abzuschütteln, ganz egal wohin ich auch gerannt bin. Und sobald sie in den Nahkampf übergehen, muss man sie bezwingen um sich wieder bewegen zu können.

Might & Magic X

[Review] Tower 57

Für dieses Review habe ich einen Key von den Entwicklern erhalten!
Twin Stick Shooter
Tower 57 ist ein Twin Stick Shooter der sowohl alleine als auch im Co-op Modus gespielt werden kann. Letzteres habe ich allerdings nicht ausprobieren können, weswegen sich dieses Review einzig auf den Singleplayer Modus beschränkt. Im Großen und Ganzen sollten die Modi aber identisch sein, auch wenn der Co-op Modus ein paar Features besitzt die im Singleplayer nicht vorhanden sind. Darunter die Möglichkeit einen anderen Spieler zu tragen falls dessen Gliedmaße abgetrennt wurden. Also nichts wirklich weltbewegendes.

Das Spiel handelt jedenfalls von einer Gruppe von Agenten die den namensgebenden Tower 57 infiltrieren und dessen Geheimnisse lüften müssen. Von sechs möglichen Charakteren muss man sich dabei für drei entscheiden, welche entweder an Wechselpunkten getauscht werden können, oder einspringen falls der aktuelle Charakter das Zeitliche segnet. Der einzig nennenswerte Unterschied zwischen den Charakteren ist aber nur deren ultimative Fähigkeit die alle Gegner in Sichtweite vernichten kann. Macht aber auch keinen wirklichen Unterschied, außer man hat zufällig den Charakter gewählt der nur Gegner auf festem Untergrund treffen kann, was zumindest bei einem Bosskampf absolut nutzlos ist.

Von diesem Charakter mal abgesehen macht es aber keinen Sinn zwischen den Charakteren zu wechseln. Nicht nur weil es unmöglich ist Waffen miteinander zu tauschen (außer wenn der Charakter stirbt und dadurch seine Ausrüstung fallen lässt), sondern weil man jeden Charakter mit mehren Upgrades verbessern kann, darunter einer extrem nützlichen Selbstheilungs-Funktion. Wäre also ein bisschen blöd wenn man ausgerechnet den Charakter verlieren würde in den man am meisten Geld investiert hat. Diesen wiederzubeleben ist zwar durchaus möglich, die dafür benötigten Kugeln sind aber nur in begrenzter Menge vorhanden. Und teilweise so gut wie unerreichbar.

Twin Stick Shooter

[Review] Epistory: Typing Chronicles

Schnell schreiben

Epistory: Typing Chronicles ist ein Rätselspiel mit RPG-Elementen in dem man als Muse versuchen muss einer Autorin zu neuer Inspiration zu verhelfen indem man eine magische Welt in Form eines Aufklapp-Bilderbuchs zum Leben erweckt. Dazu reitet man auf einem Fuchs durch die Gegend und zerstört  sowohl Objekte als auch Gegner indem man die Wörter eintippt die über ihnen angezeigt werden. Dadurch sammelt man Punkte mit denen sich nicht nur neue Gebiete sondern auch neue Fähigkeiten freischalten lassen. Darunter die Möglichkeit zu rennen, was ich jedem nur empfehlen kann. Das normale Lauftempo wäre auf Dauer nämlich unerträglich.

Für die wichtigsten Fähigkeiten muss man aber eine Reihe von Dungeons besuchen in denen es gilt relativ einfache Rätsel zu lösen, zum Beispiel indem man sich einen Weg durch ein „Labyrinth“ aus Gittern bahnt deren Tore sich nur mithilfe von Elektrizität öffnen/schließen lassen. Am Ende eines jeden Dungeons muss man sich außerdem gegen mehrere Gegnerwellen behaupten indem man seine neue Fähigkeiten zur Schau stellt.

Epistory: Typing Chronicles

[Review] Outlast II

Horror Game

Outlast 2 ist ein indirektes Sequel das im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht in einer Irrenanstalt sondern in einem abgelegenen Dorf mitten in den Bergen spielt. Blake Langermann und seine Frau wollen dort eigentlich nur einen Mord untersuchen, haben allerdings das Pech, dass ihr Hubschrauber aus ungeklärten Gründen abstürzt. Sie überleben das zwar ohne größere Blessuren, Blakes Frau wird aber einfach mal entführt. Dieses Dorf wird nämlich von religiösen Spinnern bewohnt die Außenseiter verabscheuen. Dementsprechend begrüßen sie Blake mit Messern und Mistgabeln und jagen ihn durchs ganze Dorf sowie dessen nähere Umgebung.

Und genau deswegen hat mich die erste Hälfte des Spiels was den Horrorfaktor angeht eher enttäuscht. Es ist halt quasi nichts anderes als Resident Evil 4, nur ohne Parasiten und ohne irgendwelche Waffen mit denen man sich wehren könnte. Das Mount Massive Asylum und seine Einwohner kamen in dieser Hinsicht um einiges bedrohlicher rüber.

Leichen

[Review] Rogue Quest: The Vault of the Lost Tyrant

Für dieses Review habe ich einen Key von den Entwicklern erhalten!
Point and Click Adventure

Rogue Quest ist ein Point and Click Adventure das scheinbar in der selben Welt wie A Tale of Caos angesiedelt ist. Da ich dieses nicht gespielt habe, kann ich sie allerdings nicht miteinander vergleichen. Von den Reviews ausehend ist A Tale of Caos allerdings ein vollwertiges Spiel, während Rogue Quest gerade Mal als kleines Appetithäppchen durchgeht. Nach 45 Minuten war ich nämlich fertig. Und das mit allen Achievements. Mag bei einem Preis von 4€ ganz okay sein, aber ich hätte mir schon ein bisschen mehr gewünscht.

Das Spiel dreht sich nämlich darum, wie ein Mitglied der Diebesgilde in das Versteck des namensgebenden Tyrannen eindringt um dessen Schatz zu stehlen ... so würde man das jedenfalls vermuten wenn man sich die Beschreibung durchliest. In Wahrheit beginnt die Story aber in der Schatzkammer und befasst sich einzig und allein mit dem Versuch aus der Anlage zu entkommen.

Dabei wäre es doch soviel besser gewesen wenn man sich den Weg zum Schatz selber hätte bahnen müssen.  Eventuell in Form eines spielbaren Intros das aufgrund der Thematik als Homage an Indiana Jones and The Fate Of Atlantis hätte fungieren können. Die Protagonistin besitzt immerhin eine Armbrust mit der sie Wurfseile abfeuern und sich damit über Abgründe schwingen kann, was ein bisschen an Indys Peitsche erinnert.

Rogue Quest

[Review] Seasons after Fall

Platformer

Seasons after Fall ist ein wunderschöner Platformer der auf den ersten Blick an Ori and the Blind Forest erinnert. Nicht nur aufgrund des Grafikstils, sondern weil man auch hier in die Haut eines Tieres schlüpft. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der spielbare Charakter ist nämlich eine Art Geist der Besitz von anderen Lebewesen ergreifen kann. Einer körperlosen Stimme folgend schlüpft er deswegen in den Körper eines Fuchses um die vier Wächter des Waldes aufzusuchen und das Ritual der Jahreszeiten einzuleiten.

Im Gegensatz zu Ori gibt es aber keine Kämpfe. Genauso wenig wie eine große Spielwelt. Stattdessen beschränkt sich die Handlung auf vier relativ kleine Gebiete die einzig und allein durch einen zentralen Hub miteinander verbunden sind. Im Laufe der Handlung muss man jedes Gebiet aber dreimal besuchen … und eventuell sogar ein viertes Mal, insofern man die Schreine übersehen hat die das wahre Ende freischalten. Klingt ein bisschen nervig, aber hier und da gibt es wenigstens komplett neue Abschnitte zu erforschen statt nur neuer Rätsel zu lösen.

Seasons After Fall

[Review] The Inner World: Der letzte Windmönch

Für dieses Review habe ich einen Key von den Entwicklern erhalten!
Adventure Game

The Inner World: Der letzte Windmönch beginnt drei Jahre nach dem ersten Teil und konfrontiert Spieler mit einer Welt die zwar von Conroys Schreckensherrschaft befreit wurde, sich aber mittlerweile in der Hand eines Extremisten befindet der für die Auslöschung aller Flötennasen plädiert. Immerhin sollen sie Conroy höchstpersönlich ermordet haben nachdem dieser es endlich geschafft hatte die Windgötter zu vernichten. Wer den Vorgänger gespielt hat (oder sich die Zusammenfassung im Intro anschaut), der sollte sich aber darüber im Klarem sein, dass Conroy diese "Götter" selbst erbaut hat um Asposien zu unterjochen.

Robert, der Held des ersten Teils und Thronfolger der Flötennasen, hat von all dem Chaos aber nichts mitbekommen. Er hat es nämlich irgendwie geschafft sich ausversehen von einem abgestürzten Windgott versteinern zu lassen und wird erst am Anfang des Spiels zu neuem Leben erweckt. Daraufhin begibt er sich, einer magischen Vision folgend, auf die Suche nach dem letzten Windmönch um endlich Frieden nach Asposien zu bringen.

The Inner World Sequel

[Review] Danganronpa V3: Killing Harmony

Monokuma Killing Game

Danganronpa V3 handelt von einem neuen Mörderspiel an einer neuen Schule für besonders talentierte Schüler, welche allerdings nicht das geringste mit Hope's Peak Academy zu tun zu haben scheint. Dementsprechend könnte man es quasi als Reboot bezeichnen, immerhin wurde die Story der vorherigen Spiele bereits im Danganronpa 3 Anime beendet. Ich muss an dieser Stelle aber eindringlich davon abraten die Serie mit V3 zu beginnen.

Die Handlung mag zwar eigenständig wirken, gegen Ende gibt es aber nicht nur Anspielungen auf die Vorgänger, sondern extreme Spoiler die einige der wichtigsten Enthüllungen von Danganronpa 1 und 2 vorwegnehmen würden. Also tut euch bitte selber einen Gefallen und spielt die Reihe so wie sie veröffentlicht wurde. Ultra Despair Girls und Danganronpa 3 sind zwar nicht vonnöten, helfen aber die Welt noch weiter auszubauen. Und dank der mittlerweile verfügbaren PC-Version scheint ersteres in Sachen Steuerung nicht mehr so furchtbar zu sein wie es auf der Vita der Fall war.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wer Dangaronpa kennt, der wird sich in V3 wie zuhause fühlen, hat sich doch in Sachen Präsentation und Struktur so gut wie nichts geändert. Dank dem Setting ähnelt es allerdings mehr dem ersten als dem zweiten Teil, wenngleich man diesmal nicht die ganze Zeit im Schulgebäude feststeckt. Die Außenwelt kann aber in keinster Weise mit den Ausmaßen von Jabberwock Island aus dem zweiten Teil mithalten.

Ist ein bisschen schade, aber wirklich gestört hat es mich nicht. Schon weil der erste Fall mit zu den besten des Spiels gehört. Er hat zwar durchaus seine Probleme, aber das einzige was ich mittlerweile noch kritisieren würde, wäre die absurde Komplexität des Mordes. Dieses Problem zieht sich allerdings durchs ganze Spiel, von daher muss man einfach damit leben. Immer noch besser als jeden Fall von Anfang bis Ende vorhersagen zu können … was bei manchen Fällen aber trotzdem möglich ist.

Schüler

[Review] Es: Kapitel 1

Stephen King Film

Stephen King Adaptionen sind zwar leider nicht für ihre Qualität bekannt, wie dieses Jahr bereits von Der Dunkle Turm bewiesen wurde, aber dank positiver Reviews habe ich es trotzdem gewagt mir die neueste Adaption seines Horror Romans Es anzuschauen. Im Gegensatz zur Miniserie aus den 90ern deckt sie allerdings nur den Teenager-Abschnitt der Handlung ab, anstatt ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu wechseln. Eine Fortsetzung ist zwar schon geplant, wird allerdings erst 2019 erscheinen. Da die Story auch so funktioniert, ist das allerdings kein wirkliches Problem.

Und ich kann schon mal vorwegnehmen, dass ich den Film richtig gut fand. Allerdings nicht, weil er so gruselig wäre. Stattdessen ist er sogar richtig lustig, weswegen der komplette Kinosaal mehrfach in Gelächter ausgebrochen ist. Die Interaktionen des Loser's Clubs sind nämlich einfach nur herrlich, vor allem weil Richie ein absolutes Schandmaul besitzt und viele anzügliche Kommentare von sich gibt. Das war im Buch zwar anders, der neue Film ist aber circa 30 Jahre später angesiedelt. Und es passt halt wunderbar zu einem pubertären Teenager.

Der wirkliche Star des Loser's Club ist aber Sophia Lillis als Beverly Marsh. Sie ist hübsch, mutig, charmant und zeigt bereits in ihrer ersten Begegnung mit Ben, dass schauspielern ihr im Blut zu liegen scheint. Liebe auf den ersten Blick ist zwar eher unrealistisch, aber an Bens Stelle hätte sich vermutlich jeder Junge direkt in sie verschossen. Emily Perkins (also die 90er Beverly) fand ich vergleichsweise eher langweilig. Ihr einziger Vorteil liegt in einem detailgetreueren Finale. Im neuen Film macht Pennywise nämlich etwas, das keinen wirklichen Sinn ergibt. Er entführt Beverly in die Kanalisation ohne ihr auch nur ein Haar zu krümmen ... und das obwohl er scheinbar Angst davor hat, dass der Loser's Club ihn vernichten könnte. Immerhin bietet er ihnen an, dass nur einer von ihnen sterben muss und die anderen friedlichen von dannen ziehen können. Er hatte zwar noch vor, sie von Henry ermorden zu lassen, das hätte ohne Entführung aber vermutlich besser funktioniert.

Beverly Marsh

[Review] The Journey Down: Chapter Three

Für dieses Review habe ich einen Key von den Entwicklern erhalten!
Adventure Game

The Journey Down: Chapter Three ist das perfekte Beispiel dafür, warum man episodische Spiele erst spielen sollte, wenn alle Episoden veröffentlicht wurden. Immerhin hat es sage und schreibe 7 Jahre gedauert bis die Story endlich abgeschlossen wurde. Und das obwohl das Finale mit gerade Mal 3 1/2 Stunden auch nicht wirklich umfangreicher ist als die vorherigen Episoden. Dafür haben die Zwischensequenzen endlich wieder einen Sinn. Nicht so wie in der zweiten Episode, wo sie größtenteils nur langweilig waren und dazu dienten das Setting in Szene zu setzen. Hier bewegen sie aber tatsächlich die Story voran, und das auch noch auf bombastische Art und Weise, wie bei einer absurden Verfolgungsjagd auf der Autobahn.

Der Anfang des Spiels wirkt rückblickend auf das Ende der letzten Episode allerdings ein bisschen seltsam. Immerhin haben Bwana, Kito and Lina nach einem furchtbar undursichtigen Rätsel endlich die Pforten in das Unterland geöffnet ... und ein Großteil ihrer Reise wird einfach mal im Intro abgehandelt. Da scheint zwar nichts wirklich interessantes passiert zu sein, aber ich hatte schon irgendwie erwartet, dass das Unterland eine große Rolle in der restlichen Handlung spielen würde. Stattdessen rätselt man sich durch eine kleine Höhle, sieht eine Zwischensequenz, rätselt noch ein bisschen mehr ... und dann ist man auch schon wieder in der Stadt. Gegen Ende springt die Handlung zwar nochmal ins Unterland zurück, aber auch nicht lange.

The Journey Down

[Review] Neofeud

Für dieses Review habe ich einen Key von den Entwicklern erhalten!
Cyberpunk Adventure
 
Neofeud ist ein dystopisches Cyberpunk Adventure das die Geschichte von Karl Carbon erzählt, einem Ex-Polizisten der unehrenhaft entlassen wurde und sich nun als Sozialarbeiter verdingen muss um irgendwie über die Runden zu kommen. Er kann sich aber weder ein ordentliches Auto, noch einen Ersatz für seinen rumspinnenden mechanischen Arm leisten. Und seine Frau hat sich außerdem von ihm getrennt. Kurzum: sein Leben ist beschissen. Genau wie das vieler Menschen und Maschinen die dazu verdammt sind auf der Erde vor sich hin zu rotten, während die Reichsten der Reichen in fliegenden Städten hausen und darüber sinnen wie sie das gemeine Volk noch weiter ausbeuten können. Wenn sie nicht gerade Selfies von sich schießen oder hoch über den Wolken Golf spielen.

Karls Leben ist nicht ganz so glamourös, verbringt er doch jeden verdammten Tag damit Berge von Dokumente auszufüllen oder Hausbesuche zu machen. Und genau bei solch einem Besuch erhält er plötzlich den Befehl die Kinder der Familie dingfest zu machen, selbst wenn er sich die Gründe dafür aus den Fingern saugen muss. Kaum hat er das getan, stürmt auch schon eine Spezialeinheit die Wohnung. Und mehr will ich auch gar nicht verraten.

Die Story ist aber durchaus interessant, wenngleich sie ein bisschen an Substanz vermissen lässt. Karls Nachforschungen über die Ereignisse im Apartment tragen nämlich viel zu schnell Früchte. So muss er nur einen einzigen Ort besuchen bis ihm die Antworten quasi in den Schoß fallen. Danach kommen zwar noch ein paar Stunden die den ein oder anderen Twist parat halten, aber schlussendlich ging mir alles ein bisschen zu schnell. Schon weil man von dem interessanten Setting viel zu wenig zu sehen bekommt.

Slums

[Review] Little Kite

Für dieses Review habe ich einen Key vom Entwickler erhalten!
Adventure Game

Little Kite ist ein Point-and-Click Adventure über eine Frau die ihren Mann verloren hat und dementsprechend ihren gemeinsamen Sohn nun allein großziehen müsste. Deswegen ist es also nur verständlich, dass sie sich einen neuen Partner gesucht hat der ihr zur Seite stehen kann. Es gibt da allerdings ein kleines Problem: der Kerl ist Alkoholiker und schreckt auch nicht davor zurück seine Frau windelweich zu prügeln. Er soll ansonsten zwar eigentlich ganz nett sein, aber davon sehen tut man leider nichts. Und mehr kann ich über die Story auch gar nicht sagen, weil nach spätestens 1 1/2 Stunden sollte eigentlich jeder damit durch sein.

Der atmosphärische Soundtrack untermalt die Story aber wunderbar. Und neben den hübschen Charakter- und Hintergrundgrafiken gibt es außerdem eine Reihe von Comics die die Story vorantreiben. Sprachausgabe sucht man allerdings vergeblich. Und das ist vermutlich auch besser so. Es ist nämlich mehr als offensichtlich, dass der Entwickler selbst kein Englisch spricht. Nicht nur weil es viele offensichtliche Fehler gibt (darunter fehlende Wörter) sondern weil der Satzbau teilweise furchtbar ist. Dabei wäre es nun wirklich kein Problem gewesen sich jemanden heranzuziehen der die Sprache tatsächlich spricht. So lang ist das Spiel ja schließlich nicht.

Lokalisierung

[Review] Detective Conan & Kindaichi Case Files: Chance Encounter of 2 Great Detectives

Mystery Visual Novel

Detective Conan & Kindaichi Case Files ist eine Mystery Visual Novel für den Nintendo DS die als Crossover zwischen den namensgebenden Serien fungiert. Als Zusammentreffen beider Detektive funktioniert sie aber nur bedingt. Conan und Kindaichi haben einen Großteil des Spiels nämlich keinerlei Kontakt zueinander, weswegen die Handlung von Kapitel zu Kapitel zwischen ihnen wechselt. Erst im siebten und letzten Kapitel arbeiten sie tatsächlich zusammen um eine Reihe von Mordfällen in einem Urlaubsparadies zu klären. Dieses wird außerdem von einem mysteriösen Phänomen heimgesucht in dem Touristen sich plötzlich auf einer anderen, aber nahezu identischen Insel wiederfinden. Und das ist auch der Grund warum Conan und Kindaichi voneinander getrennt agieren.

Wie für Visual Novels so üblich muss man viele Dialoge lesen und kann ab und zu ein paar Fragen stellen und sich über die Insel bewegen. Abgesehen von optionalen Hinweisen und Gesprächen ist das Spiel aber komplett linear. Einzig das letzte Kapitel läuft je nach gewähltem Charakter anders ab, auch wenn es nach einem Durchgang nicht so wirken mag. Ich hatte jedenfalls den Eindruck, als ob nur der Anfang und das Ende anders verlaufen würden. Ansonsten arbeiten Conan und Kindaichi nämlich zusammen. Mag schlussendlich zwar nicht so sein, aber Kindaichis Kapitel hat mir als Abschluss der Story vollkommen ausgereicht. Dadurch habe ich zwar das Finale von Conans Storyline verpasst, ich müsste aber lügen wenn ich behaupten würde, dass mich das noch irgendwie interessieren würde.

Cutscenes

[Review] Mass Effect: Andromeda

Open World Shooter

Mass Effect: Andromeda sollte ein neuer Anfang für die Serie sein, losgelöst von der Shepard-Trilogie und all den Entscheidungen die dessen Abenteuer geprägt haben. Es sollte eine neue Galaxie mit neuen Aliens und neuen Bedrohungen erforscht werden, aber wenn man sich die allgemeine Resonanz so anschaut, dann ist das den Entwicklern nicht wirklich gelungen. Das zeigt sich schon darin, dass mittlerweile der Singleplayer-Support eingestellt wurde und es dementsprechend keine DLCs mehr geben wird die das Gesamtbild etwas abrunden könnten. Und von einem Sequel darf man auf längere Zeit wohl ebenfalls nicht ausgehen. Wenn denn überhaupt.

Nichtsdestotrotz wollte ich mir selber ein Bild von machen. Dass keine DLCs mehr erscheinen hat diese Entscheidung umso leichter gemacht. Mit einer Spielzeit von 55+ Stunden (mit so gut wie allen Quests) wird trotzdem einiges geboten, wenngleich ein größerer Fokus auf Qualität statt Quantität wirklich nicht geschadet hätte. Das Spiel leidet nämlich unter dem selben Problem wie Dragon Age: Inquisition - offene Welten mit vielen langweiligen Quests die direkt aus einem MMORPG stammen könnten.

Der neue Mako (hier Nomad genannt) sorgt allerdings dafür, dass das Erforschen der Planeten nicht ganz so anstrengend ist, schon weil man damit sogar steile Anhöhen erklimmen oder aus gewaltigen Höhen stürzen kann und somit schneller vorankommt als mit einem Reittier das ständig irgendwo festhängt. Ich finde es allerdings nervig, dass man andauernd zwischen zwei Fahrtmodi wechseln muss. Der normale (und schnellere) Modus ist für Anhöhen nämlich komplett ungeeignet, selbst wenn man auf den Boost zurückgreift. Ein einzelner Tastendruck reicht für den Wechsel zwar aus, einen wirklichen Zweck erfüllt es aber nicht. Außer das Spiel ein ganz klein wenig zu strecken.

Mako

[Review] The Infectious Madness of Doctor Dekker

http://store.steampowered.com/app/545540/The_Infectious_Madness_of_Doctor_Dekker/

The Infectious Madness of Doctor Dekker ist im Grunde ein FMV Therapie-Simulator, was zugegebenermaßen alles andere als interessant klingt. Zwei Aspekte haben allerdings dafür gesorgt, dass ich selbst ohne Preisnachlass mal einen Blick riskiert habe. Da wäre zum einen die Tatsache, dass man im Laufe der Handlung herausfinden muss wer von den Patienten den namensgebenden Doktor Dekker ermordet hat. Dieser Aspekt wird außerdem noch dadurch verbessert, dass der Mörder jedes Mal rein zufällig gewählt wird. Dadurch ändert sich zwar nicht das ganze Spiel, aber alle Hinweise auf den Mörder müssen natürlich irgendwie anders verpackt werden.

Der zweite Aspekt ist allerdings noch interessanter: statt herkömmliche Probleme zu behandeln, darf man sich mit Patienten auseinandersetzen die glauben übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen. So gibt es zum Beispiel einen Mann der behauptet, dass die Zeit um Mitternacht zum Stillstand kommt und er für eine Stunde tun und lassen kann was auch immer er will. Deswegen wird das Spiel vermutlich auch als Lovecraftian Murder Mystery bezeichnet. Das finde ich persönlich aber etwas unpassend. Es gibt zwar Elemente die durchaus dazu passen würden, diese spielen aber eine eher untergeordnete Rolle.

Mehr kann ich zur Story eigentlich nicht sagen ohne zu viel vorwegzunehmen, von daher bleibt nur noch das Gameplay. Dieses funktioniert auf Basis eine Text Parsers, sprich alle Fragen die man den Patienten stellen will muss man selber eingeben. Dabei reicht es in den meisten Fällen Teile ihrer Aussagen zu wiederholen, was nicht mal eine wirkliche Frage sein muss. Wenn eine neue Person namentlich genannt wird, so kann man zum Beispiel einfach diesen Namen wiederholen um zusätzliche Informationen zu erhalten. Ein Fragezeichen ist dabei auch nicht nötig.

Murder Mystery

[Kurzreviews] Fossil Echo | Monkey Island Special Editions

Platformer

Fossil Echo ist ein hübscher Platformer in dem ein Junge einen gigantischen Turm erklimmt. Und das in circa 50 Minuten, was selbst für 10€ viel zu kurz ist. Die Spielzeit lässt sich zwar ein bisschen strecken indem man besonders herausfordernde Tempel besucht die auf dem Weg liegen, ich bin allerdings schon im ersten unzählige Male gestorben und beim zweiten habe ich es kaum über den Anfang hinaus geschafft. Dass überall Pfeile hingezeichnet wurden die einem zeigen wie man springen muss hilft da nur sehr wenig. Von daher habe ich die restlichen Tempel allesamt ignoriert. Die sind einfach viel zu nervig, genauso wie andere Abschnitte im Spiel.

So ist vor allem das Timing beim Schleichen viel zu knapp bemessen, was diese Sequenzen unnötig in die Länge zieht. Außerdem muss man mehrmals unter Zeitdruck einen größeren Abschnitt des Turms erklimmen, was zwar nicht ganz so nervig, dafür aber sehr repetitiv ist. Und an einer Stelle darf man ewig eine Leiter hinaufklettern, was so wirkt als ob die Entwickler das Spiel noch um ein paar Minuten strecken wollten. Sowas wie ein Ende gibt es aber trotzdem nicht. Die ohnehin recht vage Story (in der niemand auch nur ein Wort von sich gibt) hört einfach auf.

Von daher kann ich Fossil Echo niemandem empfehlen. Selbst zum reduzierten Preis würde sich das höchstens lohnen wenn man auch die Tempel mitnimmt. Wenn der Rest so frustrierend ist wie die Kammern die ich mir angeschaut habe, dann dürfte da allerdings nur wenig Spielspaß aufkommen.

[Review] Remember11: The Age of Infinity

Infinity Trilogy

Remember11 ist eine Mystery Visual Novel von Kotaro Uchikoshi (dem Schöpfer der Zero Escape Reihe), welche als dritter und letzter Teil der Infinity Trilogie fungiert. Von dieser hatte ich zuvor nur Ever17 gelesen ... und anschließend eigentlich keine Lust gehabt den Rest der Reihe noch zu lesen. Das Ending ist zwar richtig gut, ansonsten ist das Pacing aber furchtbar und Spannung kommt (trotz spannender Prämisse!) nur selten auf. Remember11 sollte in dieser Hinsicht zwar um einiges besser sein, dafür sollte es allerdings kein Ende besitzen. Das kann ich mittlerweile zwar durchaus nachvollziehen, schlussendlich ist das aber keineswegs so schlimm wie es hätte sein können. Aber dazu später mehr.

Die Geschichte handelt von einer jungen Frau namens Fuyukawa Kokoro, die während eines Fluges einen 11-jährigen Jungen namens Yuni kennenlernt. Im Anschluss wird das Flugzeug allerdings von Turbulenzen erfasst die schlussendlich zum Absturz der Maschine führen. Kokoro überlebt das irgendwie, findet sich im Anschluss aber in einer Anstalt für psychisch gestörte Individuen wieder. Das allein wäre jetzt nicht so seltsam, auch wenn sich die Anstalt auf einer abgelegenen und eingeschneiten Insel befindet. Deren Bewohner halten Kokoro allerdings für einen Mann, genauer gesagt für eine Person namens Yukidoh Satoru. Nicht weil sie verrückt wären, sondern weil Kokoro sich tatsächlich im Körper eines Mannes befindet, wie ihre Reflektion unweigerlich verrät.

Remember11

[Review] The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd

Steam JRPG

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um den dritten und dazu auch noch letzten Teil der Trails in the Sky Trilogie. Diesmal handelt es sich allerdings um einen Dungeon Crawler, weswegen normale Sidequests nicht wirklich existieren. Dafür gibt es Erinnerungs-Türen die sowohl als Epilog als auch als erweiterte Hintergrundgeschichte für viele Charaktere der Trilogie dienen. Und dementsprechend verstehe ich nicht, warum das Spiel the 3rd und nicht Third Chapter heißt.

Statt Estelle und Joshua steht diesmal zwar Kevin im Vordergrund, die Geschichte wäre ohne die Ereignisse des Vorgängers allerdings nicht möglich. Und ein Großteil der Party wurde komplett übernommen. Das Dungeon durch das man sich kämpfen muss besteht außerdem aus recycelten Gebieten der beiden Vorgänger. Zwischendurch gibt es zwar auch neue Maps, dabei handelt es sich aber fast ausschließlich um Plattformen die im Nichts schweben. Dazu kommt ein optionales Dungeon in dem jeder Raum identisch ist. Einzig die Bosskammer sieht anders aus, wird dann aber für jeden Boss ebenfalls recycelt.

The Legend of Heroes

[Review] The Legend of Kyrandia: Book One

Point-and-Click-Adventure

The Legend of Kyrandia ist ein Point-and-Click-Adventure aus dem Jahre 1992 in dem das namensgebende Königreich vom bösen Hofnarr Malcom heimgesucht wird. Dieser hat vor vielen Jahren schon mal versucht die Macht an sich zu reißen, nur um von einer Gruppe von Magiern versiegelt zu werden. Es ist also kein Wunder, dass Malcolm sich an eben jenen Magiern zuerst rächen will. Brandon, der Schützling eines dieser Magier, muss sich nach dessen Versteinerung auf eine Reise durch das Land begeben um Malcom das Handwerk zu legen.

Diese macht auf den ersten Blick auch einen wunderbaren Eindruck, mit gelungener Sprachausgabe, hübschen Hintergründen, guten Animationen, sowie simplen Rätseln. Es kommt zwar ein arg limitiertes Inventar zum Einsatz (mit gerade Mal 10 Plätzen), das hat mich aber nur selten gestört. Schon weil sich Gegenstände auf so gut wie jeder Map ablegen lassen ohne dass sie jemals verschwinden. Außer man zerstört sie ausversehen, was selbst mit wichtigen Gegenständen passieren kann.

Ein bisschen nerviger ist die Tatsache, dass keins der interagierbaren Objekte irgendwie markiert ist. Sprich es gibt keinerlei Texteinblendungen die einen darauf hinweisen würden was zum Hintergrund gehört und was man aufheben könnte. War meistens zwar ebenfalls kein Problem, an einer Stelle habe ich deswegen aber ewig einen wichtigen Gegenstand übersehen bis ich nachgeschaut habe wo der eigentlich sein soll.

The Legend of Kyrandia: Book One

[Review] LISA: The Painful RPG

Rollenspiel

LISA: The Painful RPG erzählt die Geschichte eines Drogensüchtigen der mitten im Nirgendwo lebt und eines Tages über ein Baby stolpert das eigentlich nicht existieren sollte. Ein mysteriöses Ereignis das nur als White Flash bekannt ist hat nämlich die komplette weibliche Bevölkerung der Erde ausgerottet. Dementsprechend ist die Existenz des Babys nicht nur seltsam sondern mehr als problematisch. Es handelt sich nämlich um ein Mädchen und somit um die einzige Chance die menschliche Rasse vor dem Aussterben zu bewahren.

In einer Welt die von Gangs dominiert wird, in der Pornoheftchen als Währung dienen und in der Männer sich als Frauen verkleiden um die Gelüste ihrer Mitmenschen zu befriedigen, wäre es aber vermutlich nicht die beste Idee bekannt zu geben, dass ein Mädchen gefunden wurde welches in einigen Jahren reif genug sein wird um geschwängert zu werden.

Brad, der Drogensüchtige, erzählt es dementsprechend nur seinen engsten Freunden und zusammen errichten sie ein verstecktes Untergeschoss in dem das Mädchen sicher und behütet aufwachsen kann. Wirklich glücklich scheint sie damit aber nicht zu sein. Und irgendwann kommt es natürlich wie es kommen musste: ihre Existenz fliegt auf und die Perversen des Landes strömen in Scharen herbei um mal wieder eine Frau durchzunehmen ... und dabei eventuell die Menschheit zu retten, was viele aber nur am Rande zu interessieren scheint. Wenn denn überhaupt.

Perverse

[Review] Planescape: Torment: Enhanced Edition

Enhanced Edition

Nachdem ich vor einiger Zeit Torment: Tides of Numenera durchgespielt hatte, musste ich natürlich irgendwann das ursprüngliche Torment spielen um zu schauen, ob dieses tatsächlich so viel besser ist wie überall behauptet wird. Die neue Enhanced Edition kam da gerade richtig, auch wenn ich dadurch keine Mods verwenden konnte die unter anderem das Inventar-Management erleichtert hätten (dank stackbarer Items die ansonsten einzeln das viel zu kleine Inventar verstopfen).

Dafür musste ich mich zumindest nicht damit herumschlagen das Spiel überhaupt zum laufen zu kriegen. Und in hohen Auflösungen funktioniert es ebenfalls problemlos, wenngleich die Charaktere und deren animierte Gesichter alles andere als hochauflösend daherkommen. Man kann zwar einen Grafik-Filter und Outlines aktivieren, wirklich hübsch sieht das aber trotzdem nicht aus. Ansonsten wurde das Bildschirm bedeckende Ringmenü entfernt, ein Quickloot Button eingeführt (den ich aber nie verwendet habe), sowie die Möglichkeit eingebaut Charaktere und Objekte hervorheben zu lassen. Wer wissen will was sonst noch geändert wurde, der kann hier nachschauen.

Bugs und dergleichen habe ich auch nicht wirklich bemerkt, abgesehen von einer Stelle wo man den Gegnern eigentlich ausweichen und Objekte benutzen soll, was am Ende aber dazu geführt hat, dass ich während einer Zwischensequenz getötet wurde und die Gegner somit trotzdem bezwingen musste. Das einzig andere Problem war ein dummer Schluckauf-Fluch der selbst im Original nur auf eine Art und Weise beendet werden kann, was ein bisschen problematisch ist wenn man den dafür benötigten Charakter in Folge des Verfluchungs-Gesprächs getötet hat. Deswegen musste ich extra einen Konsolenbefehl benutzen da ich nicht bis ans Ende des Spiels mit einem Schluckauf rumrennen wollte.

Planescape: Torment: Enhanced Edition

[Review] Resident Evil 7

Survival Horror

Resident Evil 7 hätte ich mir ohne jegliches Vorwissen vermutlich erst in vielen Monaten irgendwann mal angeschaut hätte, immerhin hatte die Serie in den letzten Jahren außer übertriebener Action nur wenig zu bieten. Aber da der neue Teil zu den Horror-Wurzeln der Serie zurückkehren sollte und die Demo auf den ersten Blick nichts mit Resident Evil gemein hatte, habe ich im Summer Sale doch mal zugegriffen. Und das habe ich glücklicherweise nicht bereut, wenngleich ich das Spiel keinesfalls als gruselig bezeichnen würde.

Das Setting, ein heruntergekommenes Anwesen in den Sümpfen Louisianas, kann sich in Sachen Atmosphäre aber durchaus sehen lassen. Nicht nur weil es wunderbar in Szene gesetzt wurde (mit Räumen in denen der Schimmel bis zur Decke wächst oder Zwischenwände die mit Ungeziefer nur so überquellen), sondern weil es außerdem von wahnsinnigen Kannibalen bewohnt wird denen mit bloßer Waffengewalt nicht beizukommen ist.

Außerdem scheinen sie die selben Architekten beauftragt zu haben die schon im Spencer Anwesen ihr Unwesen getrieben haben, gibt es doch lauter absurde Rätsel wie Geheimgänge die sich nur per Schattenspielchen öffnen lassen (die man selbst dann benutzen kann wenn man gejagt wird, genauso wie VHS Kassetten), oder ein Ausgang für den man mehrere Embleme benötigt obwohl einen nichts daran hindern würde im Obergeschoss über das Geländer zu hüpfen und somit das komplette Rätsel zu überspringen. Ebenso müsste man sich mit der Schrotflinte einen Weg bahnen können, aber das haben die Entwickler natürlich nicht bedacht.

Kannibalen

[Review] Toonstruck

Christopher Lloyd

Toonstruck ist ein FMV Adventure aus dem Jahre 1996 in dem Christopher Lloyd (aka, Doc Brown aus Zurück in die Zukunft) den Cartoon Zeichner Drew Blanc verkörpert der eines Nachts in eine Zeichentrickwelt gesaugt wird. Dort muss er den bösen Count Nefarious bezwingen bevor dieser mit seinem Malevolator ganz Cutopia in ein Reich des Schreckens verwandelt.

Dabei trifft er so tolle Figuren wie Fluffy Fluffy Bun Bun, ein zuckersüßes Häschen das Zuckerwatte abgrundtief verabscheut, ständig nach Popcorn brüllt und angeblich lieblich duftende Häufchen hinterlässt. Nicht weit davon entfernt steht eine Vogelscheuche die es sich zur Aufgabe gemacht hat die Vögel in der Gegend zu umsorgen. Dementsprechend ist sie auch als Carecrow und nicht als Scarecrow bekannt.

Viel wichtiger ist aber Flux Wildly, Drew Blancs treuer Sidekick der ständig dumme Kommentare von sich gibt und ab und zu für Rätsel missbraucht wird. Darunter auf interessante Art und Weise in einer Bowlinghalle. Dabei kommen FMV Sequenzen zum Einsatz die extrem pixelig daherkommen und in denen Christopher Lloyd mehr als fehl am Platz wirkt. Schon weil er qualitativ um einiges schlechter aussieht als die Zeichentrickfiguren. Davon abgesehen sind diese Szenen aber sehr lustig, schon weil sie teilweise extrem absurd daherkommen.

FMV Adventure

[Review] Headlander

Metroidvania

Headlander ist ein Metroidvania von Double Fine bei dem der Name im wahrsten Sinne des Wortes Programm ist. Der Protagonist ist nämlich nichts weiter als ein Kopf der sich in einer Raumstation wiederfindet und nun von Roboterkörper zu Roboterkörper springen muss (indem er ihre Köpfe absaugt und dann auf ihren Hälsen landet) um eventuell seinen ursprünglichen Körper wiederzufinden. Außerdem gilt es einer bösen KI namens Methuselah das Handwerk zu legen.

Klingt ein bisschen seltsam und es ist in der Tat, schon weil viele der friedlichen Roboter wie Hippies daherkommen. Außerdem geben selbst die Türen dumme Kommentare von sich wenn man versucht sie ohne den richtigen (sprich farblich passenden) Körper zu öffnen. Und es gibt auch ein paar lustige Momente. Allein dafür würde ich das Spiel aber niemandem empfehlen.  Mit gerade mal fünf Stunden hat die Story nämlich nicht viel zu bieten. Und der Protagonist kann aufgrund seiner Situation nie auch nur ein einziges Wort von sich geben.

Außerdem gibt es so gut wie keinen Grund mit den bizarren Robotern zu interagieren da die meisten genau die selben Kommentare von sich geben. An einer Stelle gab es mal eine Quest wo ich einen Roboterhund zurückbringen musste (indem ich ihn geköpft habe!), aber keine Ahnung ob es noch mehr solcher Situationen gibt.

Headlander

[Review] Perception

Für dieses Review habe ich einen Key von den Entwicklern erhalten!
Indie Horror Echolocation

Perception ist ein Indie Horrorgame in dem eine junge Frau namens Cassie ein mysteriöses Anwesen erkundet um herauszufinden was es mit den Visionen auf sich hat die sie schon seit geraumer Zeit plagen. Dabei entfesselt sie eine übernatürliche Kreatur die bereits den vorherigen Einwohnern zum Verhängnis geworden ist. Das darf Cassie sogar am eigenen Leib miterleben, da sie im Laufe der Handlung in unterschiedliche Epochen geschleudert wird.

In dieser Hinsicht ist Perception also nichts besonderes. Und mit einer Spielzeit von gerade Mal drei Stunden können sich die einzelnen Stories nur bedingt entfalten. Mehr wäre vermutlich auch nicht sinnvoll gewesen, schon weil man sich die ganze Zeit am selben Ort befindet. Der mag von Epoche zu Epoche unterschiedlich aussehen, hat aufgrund seiner begrenzten Größe aber nicht soviel zu bieten wie es zum Beispiel bei Amnesia der Fall ist.

Es gibt allerdings einen Aspekt der das Spiel zu etwas Besonderem macht: Cassie ist blind und der Spieler somit auch. Das heißt allerdings nicht, dass man das ganze Spiel über auf einen dunklen Bildschirm starren muss. Cassie trägt nämlich stets einen Stock bei sich der es ihr erlaubt von Echoortung Gebrauch zu machen. Daraufhin wird ihre nähere Umgebung in dunklen Blautönen wiedergegeben.

Perception Horror

[Kurzreviews] The Walking Dead: A New Frontier | Mafia 3 | Night in the Woods

Telltale Games

The Walking Dead: A New Frontier erzählt die Geschichte einer Familie die wie viele andere nur versucht zu überleben während die Welt um sie herum zugrunde geht. Das geht eines Tages aber fürchterlich nach hinten los … oder würde es zumindest, wenn denn Clementine nicht wäre, die einfach mal einen Baum auf die Straße schleudert um das Auto aufzuhalten in dem Javier, der neue Protagonist, gefangen ist. Daraufhin schließen sich die beiden zusammen um Javiers Familie zu retten, was schlussendlich zu einem etwas umfangreicheren Abenteuer führt als die beiden sich erhofft hatten.

Clementines Geschichte ist dabei allerdings zweitrangig. Es gibt zwar Flashbacks die erklären was nach dem Ende der zweiten Staffel passiert ist, davon abgesehen wurde sie aber zum Nebencharakter degradiert. Dabei hätte es durchaus Möglichkeiten gegeben ihre Geschichte auszubauen, schon weil sie mittlerweile in die Pubertät gekommen ist, was ja nicht nur körperliche sondern auch emotionale Folgen mit sich bringt. Diese werden aber leider nur am Rande mal erwähnt.

Javiers Familie ist schlussendlich nämlich der Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Und anders hätte die Geschichte vermutlich auch nicht funktioniert. Die meisten Episoden dauern nämlich nur eine Stunde. Zwei von denen vielleicht anderthalb. Viel zu wenig Zeit für eine umfangreiche Geschichte wie sie noch in der ersten Staffel erzählt wurde. Von daher war es eine gute Entscheidung das Setting ab der dritten Episode arg einzugrenzen. Funktioniert auf jeden Fall besser als ein ähnliches Szenario in der zweiten Staffel das viel zu schnell abgehandelt wurde.

Aufgrund der Kürze hat mir aber trotzdem eine wirkliche Bindung zu den Charakteren gefehlt, was einer der entscheidensten Gründen sein dürfte warum die emotionalen Momente mich diesmal nicht bewegen konnten. Und schlussendlich hätte ich lieber eine neue Geschichte mit Clementine in der Hauptrolle gespielt als eine in der sie nur am Rande von Bedeutung ist. Von daher bin ich fast schon froh, dass die nächste Staffel quasi schon bestätigt wurde. Ob diese meinen Erwartungen entsprechen wird ist eine andere Sache. Aber bis dahin wird es sicherlich noch dauern, schon weil theoretisch noch Sequels zu Game of Thrones und Tales from the Borderlands erscheinen müssten.

Wer die Vorgänger mochte, kann aber durchaus einen Blick riskieren. Mag insgesamt nicht ganz so gut sein, und ist dazu auch viel zu kurz, aber als schlecht würde ich die Staffel keinesfalls bezeichnen. Und nur weil ich nicht weinen konnte muss es euch ja nicht genauso ergehen.