Jack Reviews - AAA Games, Indie Games, Visual Novels und mehr!: 2021

[Review] Robotics;Notes DaSH

Science;Adventure

Robotics;Notes DaSH ist das direkte Sequel zu Robotics;Notes, welches von der Story her aber mehr mit einem Epilog denn mit einem vollwertigen Nachfolger gemein hat. Während der Vorgänger eine Geschichte erzählt hat die sich über viele Monate erstreckt, deckt DaSH nämlich nur eine Zeitspanne von zwei Wochen ab die einem Festival auf Tanegashima gewidmet sind. Die Charakterrouten, welche in der zweiten Woche stattfinden, lassen sich außerdem in vielerlei Hinsicht nicht miteinander vereinbaren, wodurch nur die letzte Route tatsächlich so passiert wie man sie erlebt. Und das finde ich ein bisschen schade, schon weil Subaru hier endlich eine eigene Route bekommen hat die im Hauptspiel komplett unterschlagen wurde. Man kann zwar vermutlich davon ausgehen dass die wichtigsten Charaktermomente dieser Routen in irgendeiner Art und Weise trotzdem stattfinden, das ist aber einfach nicht das selbe. Gleichzeitig muss ich allerdings auch sagen dass es einige Momente gibt die sich die Entwickler echt hätten sparen können.
 
Robotics;Notes DaSH glänzt nämlich mit einer Eigenschaft die den Gesamteindruck ganz schön runterzieht: es gibt jede Menge Fanservice, welcher teilweise sehr grenzwertig ist. So kommt an einer Stelle zum Beispiel eine Brille zum Einsatz mit der man durch die Kleidung anderer Menschen sehen kann (wobei an der Stelle ein Filter zum Einsatz kommt bei dem aber nicht klar ist ob die Brille den tatsächlich so anzeigt, oder ob der nur dazu gedacht ist die nackte Haut zu verdecken), welche sowohl von Kaito als auch von Subaru benutzt wird obwohl sie damit nicht nur ihre gleichaltrigen Freunde, sondern auch die 14-jährige Airi nackt sehen. Da sie nicht wussten was diese Brille kann, könnte man das an der Stelle zwar verzeihen, das entschuldigt aber nicht die Person die diese Brille überhaupt entwickelt hat: Itaru Hashida, auch bekannt als Daru the Super Hacker, der Namensgeber des Spiels.
 
Steins;Gate Cameo

[Early Access] Not for Broadcast

Für dieses Review wurde mir ein Key zur Verfügung gestellt!

Propaganda
 
Not for Broadcast ist eine FMV Propaganda Sim in der man in die Haut des Editors der National Nightly News schlüpft während eine radikale Partei namens Advance auf demokratische Art und Weise die Macht an sich reißt. Die beiden Leiter dieser Partei scheint zwar anfangs niemand ernst zu nehmen, zumal einer von denen ein heftiger Säufer ist der ständig mit Schimpfworten um sich wirft, aber deren erste Amtshandlung zeigt bereits dass sie nichts gutes im Schilde führen. Sie erklären nämlich alle Reisepässe für null und nichtig damit alle die gedroht haben das Land zu verlassen dies nur tun können wenn sie bereit sind für dieses Privileg bezahlen.
 
Wer Advance eine Chance gibt soll allerdings gut belohnt werden, da sie vorhaben den Reichtum des Landes auf gerechte Art und Weise unter der Bevölkerung zu verteilen. Gerecht heißt an der Stelle allerdings nichts weiter als: "Wir werden die reichsten Menschen des Landes auf gezielte Art und Weise in den Ruin treiben." Die Leiter der Partei reden an der Stelle nämlich nicht nur von Steuererhöhungen, sondern erwähnen auch dass sie es auf alle Villen, Rennwagen und Weingüter abgesehen haben. Für einen Großteil der Bevölkerung mag sich also erst mal nicht viel ändern, aber je länger Advance an der Macht ist, umso schlimmer wird das ganze.
 
Not for Broadcast

[Review] Never7 -The End of Infinity-

Visual Novel

Never7 ist der erste Teil der Infinity Trilogie, zu der auch Ever17 und Remember11 gehören. Für mich ist es dementsprechend aber der letzte Teil den ich tatsächlich gespielt habe, weil Ever17 schon viel zu viele Slice of Life Momente hatte und Never7 in dieser Hinsicht noch viel schlimmer sein sollte. Das ist aber auch nicht verwunderlich, da Never7 hauptsächlich eine Slice of Life Romanze mit einer kleinen Prise Mystery ist. Im Gegensatz zum Rest der Reihe sind die Charaktere nämlich nirgendwo gefangen sondern unternehmen einfach nur einen Ausflug als Teil ihre College Seminars. Und da dieses Seminar keine nennenswerten Ziele zu verfolgen scheint, verbringen sie ihre Zeit damit Tennis zu spielen, angeln zu lernen und auch mal mit einer Mutprobe die sie in die finsteren Tiefen eines Friedhofs schickt.

Klingt nicht sonderlich interessant, aber es gibt zumindest einen Plotpunkt der Spieler bei der Stange halten soll: Makoto, der Protagonist, hat am ersten Tag einen Traum laut dem eins der Mädchen aus seiner Gruppe am sechsten Tag sterben wird. Und da er im Laufe des Spiels immer wieder Visionen von Ereignissen hat die kurz darauf tatsächlich eintreten, kann man durchaus davon ausgehen, dass sein Traum sich ebenfalls bewahrheiten wird. Und bis dahin dauert es auch gar nicht so lange, da die Common Route beim ersten Mal nur 2 - 3 Stunden einnimmt und für jeden weiteren Charakter so auf 30 Minuten reduziert werden kann. Trotz der Slice of Life Story hätten die Entwickler sich in dieser Hinsicht aber eindeutig mehr Zeit lassen sollen. Teilweise rast man nämlich nur so von Szene zu Szene, wodurch weder die Story noch die Beziehungen zwischen den Charakteren sich ordentlich entfalten können.

Never7 -The End of Infinity-
 

[Review] Jenny LeClue - Detectivu

Mystery Adventure

Jenny LeClue ist ein Mystery Adventure das die Abenteuer einer fiktiven Kinder Detektivin erzählt die über 38 Bücher hinweg viele stinknormale und kindgerechte Fälle (wie den vom verschollenen Marmeladenbrot) im sicheren und frohen Arthurton gelöst hat. Da der Autor dieser Bücher nicht gewillt ist von dieser ewig gleichen Formel abzuweichen obwohl die Verkaufszahlen stetig sinken, hat er von seinem Verlag allerdings ein letztes Ultimatum erhalten: im nächsten Buch muss jemand sterben, da Jennys nächster Fall ansonsten auch ihr letzter sein wird. Und genau um diesen Fall dreht sich auch Spiel, wenngleich es trotzdem etwas dauert bis die Story wirklich ernst wird, wodurch man noch ein bisschen davon mitbekommt was die Leser dieser Reihe jahrzehntelang ertragen mussten. So darf Jenny an einer Stelle zum Beispiel den sagenhaften Fall der verlorenen Brille lösen, dessen Lösung einfach nur bescheuert ist (die Brille ist im hochgestylten Haar ihrer Besitzerin verschwunden).

Die eigentliche Story ist da schon wesentlich interessanter. Nicht nur wegen dem Mord, der Jenny aus diversen Gründen nahe geht, sondern weil man im Laufe des Spiels auf die Spuren einer Verschwörung stolpert die irgendwas mit einem mysteriösen, komplett in schwarz gekleideten Mann zu tun hat den man kurz im Intro steuern durfte. Und dadurch wollte ich vor allem gegen Ende hin unbedingt erfahren worauf das ganze hinausläuft ... und da liegt leider das größte Problem des Spiels begraben. Jenny LeClue hat nämlich kein Ende, da die zweite Hälfte der Story erst irgendwann in einem Sequel erzählt werden soll. Ein paar Fragen werden zwar in diesem Teil bereits beantwortet, das ändert aber nichts an der Tatsache dass die Story mittendrin von einem Cliffhanger unterbrochen wird. Und das kurz nachdem man als Spieler eine wichtige Entscheidung treffen musste deren Folgen somit komplett in der Luft hängen bleiben. Das fand ich an der Stelle also nicht so prickelnd, auch wenn ich scheinbar selbst Schuld bin das jetzt schon gespielt zu haben, weil in der Steam Beschreibung tatsächlich erwähnt wird das die Story mit einem Cliffhanger endet.

Jenny LeClue - Detectivu

[Review] Birth ME Code

Mörderspiel
 
Birth ME Code ist eine Visual Novel die auf offensichtliche Art und Weise versucht das Konzept der Zero Escape Reihe zu kopieren. Die Story handelt nämlich von einem Mörderspiel in dem 9 Menschen in einer Schule eingesperrt wurden in der sie dutzende Rätsel lösen müssen um den Ausgang zu erreichen. Sie haben dazu allerdings nur sechs Stunden Zeit und müssen zu jeder vollen Stunde darüber entscheiden wer von ihnen sterben soll da ansonsten alle auf einmal draufgehen. Das Ziel dieses Votings besteht allerdings nicht darin willkürlich irgendwen umzubringen, sondern den Drahtzieher des Mörderspiels auszuschalten, weswegen das ganze auch als Kill:ME Spiel bezeichnet wird. Das stellt sich innerhalb der ersten paar Minuten allerdings direkt als Lüge heraus, da Pandora, die Protagonistin, selbst für dieses Spiel verantwortlich ist und dieses nur als Vorwand nutzt um einen Verräter in den eigenen Reihen zu entlarven.

Ich fand es ein bisschen seltsam sowas direkt am Anfang zu enthüllen, aber da hätte man sicherlich was interessantes draus machen können. Das Problem ist nur, dass es sich trotzdem nicht so anfühlt als ob Pandora tatsächlich Kontrolle über das Spiel hätte oder gar wüsste was zum Henker da eigentlich vor sich geht. Dafür mag es zwar eine Erklärung geben, aber es wäre vermutlich trotzdem besser gewesen diesen Twist erst später zu enthüllen. So hat sich das Spielerlebnis aber einfach nur falsch angefühlt, zumal Pandora trotz ihrer Rolle absolut inkompetent wirkt. Sie wird nämlich, egal wie man auch spielt, beim ersten Vote immer verdächtigt die Drahtzieherin zu sein. Und wenn man ausversehen die falschen Entscheidungen getroffen hat, dann hat sie absolut nichts sinnvolles zu ihrer Verteidigung zu sagen und wird dementsprechend direkt umgebracht.
 
Zero Escape

[Review] Robotics;Notes Elite

Science Adventure Visual Novel

Robotics;Notes ist der dritte Teil der Science Adventure Reihe und somit der indirekte Nachfolger zu Steins;Gate und Chaos;Head. Chronologisch gesehen spielt es zwar nach Chaos;Child, aber da dieses zwei Jahre später erschienen ist haben dessen Ereignisse keinerlei Relevanz für die Story. Und obwohl empfohlen wird die anderen Teile gespielt zu haben, kann man diese trotzdem problemlos überspringen, da alles was für die Story relevant ist auch innerhalb des Spiels erklärt wird.

Thematisch wirkt Robotics;Notes aber bei weitem nicht so interessant wie der Rest der Reihe. Anstatt mysteriöse Mordfälle aufzuklären oder die Zeit zu manipulieren dreht sich die Story nämlich um eine Gruppe von Schülern die als Mitglieder des Tanegashima Robotics Clubs versuchen einen Mech zu bauen den sie bei der kommenden Tokyo Expo ausstellen wollen. Es gibt zwar trotzdem ein paar Mystery Elemente die im Laufe der Zeit immer relevanter werden, aber wirklich ernst und spannend wird die Story erst in den letzten zweieinhalb Kapiteln (von 12), was gut und gerne 40 - 50 Stunden dauern kann.

Das soll zwar nicht heißen dass bis dahin nichts passiert, aber wer eine packende Story voll überraschender Wendungen erwartet dürfte höchstwahrscheinlich enttäuscht werden. Abgesehen vom Finale ist Robotics;Notes nämlich nichts weiter als eine Slice of Life Visual Novel deren Routen sich vor allem auf Charakterdrama fokussieren. Ob einem das Spiel gefällt hängt also vor allem davon ab ob einem die Charaktere zusagen oder nicht. Und die können teilweise ganz schön anstrengend sein, wie Frau Koujiro, die nicht nur eine nervige Stimme besitzt sondern ständig perverse Kommentare von sich gibt, als selbsternannter Neet den ganzen Tag leicht bekleidet zuhause rumhängt, sich schlecht ernährt, selbst in persönlichen Gesprächen Internet Slang verwendet und scheinbar viel zu viele Yaoi Stories konsumiert. Und deswegen shippt sie auch ständig die männlichen Mitglieder des Tanegashima Robotics Clubs miteinander.

 

Robotics;Notes