[Review] Robotics;Notes DaSH - Jack-Reviews.com

[Review] Robotics;Notes DaSH

Science;Adventure

Robotics;Notes DaSH ist das direkte Sequel zu Robotics;Notes, welches von der Story her aber mehr mit einem Epilog denn mit einem vollwertigen Nachfolger gemein hat. Während der Vorgänger eine Geschichte erzählt hat die sich über viele Monate erstreckt, deckt DaSH nämlich nur eine Zeitspanne von zwei Wochen ab die einem Festival auf Tanegashima gewidmet sind. Die Charakterrouten, welche in der zweiten Woche stattfinden, lassen sich außerdem in vielerlei Hinsicht nicht miteinander vereinbaren, wodurch nur die letzte Route tatsächlich so passiert wie man sie erlebt. Und das finde ich ein bisschen schade, schon weil Subaru hier endlich eine eigene Route bekommen hat die im Hauptspiel komplett unterschlagen wurde. Man kann zwar vermutlich davon ausgehen dass die wichtigsten Charaktermomente dieser Routen in irgendeiner Art und Weise trotzdem stattfinden, das ist aber einfach nicht das selbe. Gleichzeitig muss ich allerdings auch sagen dass es einige Momente gibt die sich die Entwickler echt hätten sparen können.
 
Robotics;Notes DaSH glänzt nämlich mit einer Eigenschaft die den Gesamteindruck ganz schön runterzieht: es gibt jede Menge Fanservice, welcher teilweise sehr grenzwertig ist. So kommt an einer Stelle zum Beispiel eine Brille zum Einsatz mit der man durch die Kleidung anderer Menschen sehen kann (wobei an der Stelle ein Filter zum Einsatz kommt bei dem aber nicht klar ist ob die Brille den tatsächlich so anzeigt, oder ob der nur dazu gedacht ist die nackte Haut zu verdecken), welche sowohl von Kaito als auch von Subaru benutzt wird obwohl sie damit nicht nur ihre gleichaltrigen Freunde, sondern auch die 14-jährige Airi nackt sehen. Da sie nicht wussten was diese Brille kann, könnte man das an der Stelle zwar verzeihen, das entschuldigt aber nicht die Person die diese Brille überhaupt entwickelt hat: Itaru Hashida, auch bekannt als Daru the Super Hacker, der Namensgeber des Spiels.
 
Steins;Gate Cameo

Wer Steins;Gate gespielt oder den Anime geschaut hat wird mit diesem Namen sicherlich was anfangen können. Und sich vermutlich denken können dass Daru in Robotics;Notes wesentlich älter sein dürfte, genauer gesagt 28 Jahre. Er ist außerdem nicht nur in einer Beziehung, sondern hat auch eine kleine Tochter, weswegen man eigentlich meinen sollte dass er nicht mehr ganz so pervers ist. Aber Pustekuchen! Stattdessen ist er sogar ganz aufgeregt als er erfährt dass Airi die einzig legale Loli auf der Welt ist, da sie  10 Jahre lang im Kälteschlaf war.

Zusammen mit Frau Koujiro hat das Spiel also zwei extrem perverse Charaktere zu bieten, was vor allem deswegen sehr nervig ist weil Daru nicht nur ein Gastcharakter, sondern neben Kaito auch einer der Protagonisten ist. Das hat aber zumindest den positiven Nebeneffekt dass man mittels Twipo viele Interaktionen der Steins;Gate Charaktere mitverfolgen kann. Einzig Okabe interagiert leider nie mit irgendwem, was eventuell daran liegen könnte das sein Account als Bot gekennzeichnet ist, obwohl es zumindest eine Stelle gibt an der er tatsächlich eine Nachricht schreibt die sich auf die aktuelle Situation bezieht.
 
Twitter

Um das meiste aus dem Spiel rauszuholen sollte man also zumindest Steins;Gate gespielt haben. Es gibt zwar auch diverse Anspielungen auf Chaos;Head, Chaos;Child und Steins;Gate 0, die sind aber bei weitem nicht so relevant. Jedes einzelne dieser Spiele ist allerdings wesentlich besser als Robotics;Notes DaSH. Dieses mag neben guten Charaktermomenten zwar auch eine ernste Story beinhalten, die wird innerhalb der Common Route aber komplett vom Fanservice untergraben. Das Spiel handelt nämlich davon wie Kimijima Kou erneut zurückkehrt um Chaos zu stiften, genau wie er im Finale des Vorgängers angedroht hatte. Dieses Chaos beläuft sich lange Zeit aber nur darauf dass er die weiblichen Charaktere allesamt in peinliche Outfits packt die sie nicht ausziehen können, wie Maid Kostüme oder Bikinis. Und an einer Stelle hat er ein herausforderndes Duell mit Kaito ... in dem sie einen mit Wasser gefüllten Luftballon hin- und herwerfen.

Erst im richtigen Finale, für das man alle anderen Routen beendet haben muss, wird es nochmal richtig ernst. Und das ist auch der einzige Teil des Spiels der tatsächlich nach dem Festival stattfindet. Als perfekt kann ich es aber trotzdem nicht bezeichnen. Zum einen weil ich mir aufgrund all dessen was innerhalb und außerhalb des Spiels angeteased wurde (wie Szenen im Opening die absolut nichts mit der eigentlichen Story zu tun haben) viel mehr von erhofft hatte, und zum anderen weil es dem Finale des Vorgängers viel zu sehr ähnelt. Da war der Endkampf aber nicht nur besser inszeniert, sondern auch viel persönlicher.
 
Antagonist

In Sachen Präsentation lässt das Spiel aber allgemein ein bisschen zu wünschen übrig. Hier werden nämlich mit absoluter Regelmäßigkeit drei Charaktere gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigt, was das Spielerlebnis theoretisch wesentlich lebendiger wirken lassen könnte, aber stattdessen genau das Gegenteil erzielt. Die Charaktere stehen nämlich viel zu oft steif in der Gegend rum oder loopen durch sehr markante und auf Dauer unnatürliche Animationen. Abwechslungsreichere Idle Animationen hätten also eindeutig nicht geschadet.

Es gibt außerdem keine Twipo Benachrichtigungen mehr, die im Vorgänger durch kleine Icons am Bildschirmrand dargestellt wurden. Das mag zwar daran liegen dass man selber keine Nachrichten mehr verschicken muss um die einzelnen Routen freizuschalten, ich hätte aber trotzdem gern gewusst wenn es was neues zu lesen gibt. Zu Beginn eines jeden Tages ist es zwar offensichtlich, aber wenn man innerhalb eines Tages den Charakter wechselt, dann gibt es auch ab und zu auch neue Nachrichten. Genau wie nach diversen Story Ereignissen. Da wären Benachrichtigungen also echt ganz nützlich gewesen.
 
Robotics;Notes

Die Routenwahl ist dafür aber ein Kinderspiel, da sie einzig und allein auf drei Entscheidungen beruht bei denen man bestimmte Orte besuchen muss. Ist ohne Lösung zwar nichts weiter als Trial & Error da man im Vorfeld nicht wissen kann welcher Charakter an welchem Ort wartet, aber insofern man regelmäßig speichert ist das kein wirkliches Problem. Vor allem nicht beim zweiten Durchgang, wo man bereits im Vorfeld weiß wann diese Entscheidungen getroffen werden müssen und dementsprechend rechtzeitig einen Spielstand anlegen kann.
 
Was tatsächlich problematisch sein könnte ist allerdings erneut die Übersetzung. Von daher würde ich auch diesmal dazu raten den inoffiziellen Patch zu installieren, der wie im Vorgänger auch Maus Support mit sich bringt. Das Spiel scheint allerdings sehr instabil zu sein, zumindest sobald man einen bestimmten Punkt überschreitet. Seit der Subaru Route ist es mir nämlich immer wieder abgestürzt, teilweise sogar mehrfach in Folge an ein und der selben Stelle. Das Spiel zu reparieren oder den Patch neu zu installieren hat da leider nichts gebracht. Von daher würde jedem empfehlen regelmäßig zu speichern. Das scheint vor allem dann zu helfen wenn man so nah wie möglich am Ende einer Szene speichert um im Falle eines Absturzes schnell durch den Szenenwechsel durchskippen zu können.
 
Ecchi
 
Ob das Spiel all diesen Frust wert ist, ist eine andere Sache. Für manche Routen mag es sich zwar durchaus lohnen, aber bei anderen muss ich mich echt fragen ob das wirklich nötig gewesen wäre. Nicht nur wegen des Fanservice und der perversen Momente, sondern weil manche Arcs sich gar nicht so sehr auf die Story des jeweiligen Charakters fokussieren wie man erwarten würde. Airi hat zum Beispiel Probleme damit wie ein Kind behandelt zu werden obwohl sie praktisch gesehen älter ist als Kaito und Co. Anstatt sich darauf zu fokussieren, geht es in ihrer Route aber hauptsächlich um ein Idol das Tanegashima im Rahmen des Festivals besucht, was für mich nicht wirklich viel zu irgendwas beiträgt.
 
Was mich noch viel mehr stört ist allerdings die Tatsache dass ein wichtiger Aspekt ihrer Hintergrundgeschichte aus unerfindlichen Gründen geretconned wurde. Laut DaSH war sie nämlich niemals krank, sondern wurde mitsamt ihrer Familie die ganze Zeit von Kimijima Kou manipuliert. Was irgendwie keinen Sinn ergibt da sie, soweit ich mich erinnere, schon lange vor der Ankunft von Kimijima Kou krank war. Wenn man diesen Retcon als Fakt hinnimmt, dann ergibt die Implikitation dass Kimijimas virtuelle Fassung nur eine unvollständige Kopie war außerdem keinen Sinn, da er dann selbst zu Lebzeiten bereits durch und durch böse gewesen wäre anstatt Airi gegenüber zumindest etwas Mitleid zu empfinden.
 
Finale
 
Wer Robotics;Notes richtig mochte und noch ein bisschen Zeit mit den Charakteren verbringen möchte, der kann also eventuell zugreifen. Allen anderen, selbst Fans von Steins;Gate, würde ich aber raten zumindest auf einen Sale zu warten. Trotz Darus Anwesenheit ist das nämlich nicht die Art von Crossover die ich mir erhofft hatte, auch wenn es nett war zumindest ein bisschen was über die Zukunft der Steins;Gate Charaktere zu erfahren.


Abschließende Bewertung



 
Robotics;Notes DaSH ist als Epilog ganz nett, setzt aber viel zu sehr auf Fanservice der selbst einen der ernsteren Momente des Spiels komplett ruiniert. Und obwohl mit Daru ein weiterer Steins;Gate Charakter zur Gruppe hinzustößt, ist er trotz all der Jahre die zwischen den Spielen liegen immer noch viel zu pervers.

 

Positive Aspekte von Robotics;Notes DaSH

  • Guter Soundtrack und hübsche Artworks.
  • Ein paar der Charakterrouten sind ganz nett, darunter die von Subaru, dessen Story im Vorgänger nur am Rande betrachtet wurde.
  • Die Routenauswahl ist diesmal so simpel dass jeder problemlos das Finale erreichen sollte.

 

Negative Aspekte von Robotics;Notes DaSH

    • Viel zu viel Fanservice und perverse Kommentare.
    • Für die Menge an Charakteren die ständig den Bildschirm füllen gibt es nicht genug Idle Animationen.
    • Airis Route hat einen sehr fragwürdigen und unlogischen Retcon zu bieten.
    • Das Finale ist zwar wesentlich besser als der Rest des Spiels, erinnert aber viel zu sehr an das Finale des Vorgängers.
    • Nach den ersten paar Routen ist mir das Spiel immer wieder abgestürzt, teilweise sogar mehrfach in Folge.