[Review] Rogue One: A Star Wars Story - Jack-Reviews.com

[Review] Rogue One: A Star Wars Story

Star Wars Todesstern

Rogue One ist ein Prequel zu Episode 4 dessen Story nur wenige Stunden — wenn nicht sogar Minuten — vor dem Angriff auf Leias Schiff zu Ende geht. An sich eine richtig coole Idee, aber ich muss leider sagen, dass mir der Film nicht so sehr gefallen hat wie Episode 7. Diesmal wurden zwar keine Story-Elemente recycelt (auch wenn natürlich der Todesstern vorkommt), aber einige der wichtigsten Elemente des Films wissen einfach nicht zu überzeugen.

Das zeigt sich vor allem bei den Charakteren. Jyn Erso ist eine Frau deren Vater für die Entwicklung und Fertigstellung des Todesstern-Lasers verantwortlich ist. An sich eine ordentliche Prämisse, aber das ist auch schon alles was ich über sie erzählen kann. Man erfährt zwar noch ein bisschen mehr über sie, aber nichts davon ist wirklich relevant.

Über die anderen Charaktere kann ich noch viel weniger sagen. Es gibt einen Fanatiker der so gut wie keine Rolle spielt (und dessen deutsche Stimme ich furchtbar finde), einen Droiden der alles sagt was ihm in den Kopf kommt, einen blinden Stabkämpfer der ständig von der Macht redet (was extrem nervig ist) ... und den Rest kann ich mir auch sparen.

Es wurde sich einfach keine Zeit genommen die Charaktere wirklich zu entwickeln. Das selbe trifft auf Orson Krennic, den neuen Antagonisten, zu, der nicht nur langweilig sondern auch unfähig zu sein scheint. Sein viel zu langer Umhang der ständig durch die Gegend flattert wirkt außerdem ein bisschen lächerlich. Da war selbst Kylo Ren ein interessanterer Gegenspieler.

Rogue One

Die Story hätte das vermutlich retten können, aber die ersten 30 bis 60 Minuten konnten mich nicht wirklich überzeugen, von der Action einmal abgesehen. Es gibt einfach zu viele verschiedene Planeten denen einfach nicht genug Zeit gewidmet wird. Erst im Finale weiß der Film tatsächlich zu überzeugen. Ich habe zwar nicht auf die Uhr geschaut, aber das hat vermutlich eine halbe Stunde oder länger gedauert. Alles andere wäre der Story auch nicht gerecht geworden.

Hätte sich der Rest des Films mehr Zeit genommen, dann hätte das Finale aber noch viel besser sein können. Warum kann ich allerdings nicht sagen ohne die Story zu spoilern. Also überspringt den nächsten Abschnitt wenn ihr den Film noch sehen wollt.

Im Gegensatz zum Rest der Serie ist Rogue One ein sehr düsterer Film. Von den neuen Charakteren überlebt nämlich niemand die Mission die Pläne des Todessterns zu stehlen. Deswegen ist es umso schlimmer, dass ich eigentlich nichts über irgendjemanden weiß. Ich kann schließlich keine Tränen für jemanden vergießen den ich überhaupt nicht kenne. Dramatische Musik hätte sicherlich helfen können, aber die kam soweit ich mich erinnere nicht zum Einsatz.

Star Wars

Das Ende des Films fand ich außerdem sehr unlogisch. Es musste zwar eine Brücke zu Episode 4 bilden, hat dabei aber einen Weg eingeschlagen der für mich keinerlei Sinn ergibt. Dabei wäre es ein Kinderspiel gewesen die Story so zu ändern, dass dieses Problem nicht existiert.

Nach Übermittlung der Pläne fliehen Dutzende Rebellenschiffe bevor Vader auftaucht um der Schlacht ein Ende zu setzen. Wäre es von daher nicht irgendwie sinnvoll gewesen die Pläne des Todessterns an so viele Schiffe wie möglich weiterzuleiten? Das Flaggschiff war immerhin nicht in der Lage zu fliehen. Vader früher auftauchen zu lassen und die Flotte zur Flucht zu zwingen hätte das Problem beseitigt, auch wenn es trotzdem nicht erklärt warum er das Flaggschiff entern musste anstatt es einfach zu zerstören.

Ansonsten gibt es noch ein paar kleinere Probleme, darunter die CGI-Rekreation eines gewissen Charakters die beim ersten Mal extrem plastisch wirkt. In späteren Szenen ist mir das allerdings nicht mehr so stark aufgefallen. Ob das wirklich nötig war ist eine andere Sache. Beim ersten Mal sieht man diesen Charakter nämlich nur von hinten, mit einer Spiegelung seines Gesichts im Fenster. Da wäre das CGI in keinster Weise aufgefallen.

Jyn Erso

Ist von daher kein Film den ich unbedingt ein zweites Mal sehen müsste. Außer vielleicht auf Englisch, um zu sehen ob die Charaktere die ich als nervig empfand im Original nicht ganz so schlimm rüberkommen. Verglichen mit dem Trailer war der Film in meinem Kino außerdem extrem dunkel. Noch ein guter Grund zumindest einen zweiten Blick zu riskieren.


 

Abschließende Bewertung



Fürs Finale ist Rogue One durchaus einen Blick wert, aber der Rest des Films hat sich einfach keine Zeit genommen mir die neuen Charaktere irgendwie näher zu bringen.

 

Positive Aspekte von Rogue One



  • die Action-Szenen können sich durchaus sehen lassen
  • das Finale ist richtig spannend und nimmt sich auch mehr als genug Zeit um der Story gerecht zu werden
  • von gewissen Problemen mal abgesehen schlägt es eine wunderbare Brücke zu Episode 4
  • der neue Droide hat mir zwar nicht zugesagt, aber er hatte trotzdem ein paar witzige Szenen zu bieten

 

Negative Aspekte von Rogue One

 
  • der neue Antagonist ist furchtbar langweilig
  • man lernt die Charaktere so gut wie gar nicht kennen
  • manche Charaktere fand ich extrem nervig und teilweise auch noch schlecht synchronisiert
  • das Ende ergibt aus logischer Sicht keinen Sinn, dabei wäre es ein Leichtes gewesen solch eine Situation zu vermeiden
Rogue One: A Star Wars Story Reviewed von Jack am 2016-12-20 Rating: 3