[Review] Aeon of Sands - The Trail - Jack-Reviews.com

[Review] Aeon of Sands - The Trail

Für dieses Review wurde mir ein Key zur Verfügung gestellt!
Dungeon Crawler

Aeon of Sands - The Trail ist ein Retro Dungeon Crawler dessen Geschichte in Form einer Choose Your Own Adventure Story erzählt wird. Sprich, wenn man nicht gerade damit beschäftigt ist labyrinthartige Dungeons zu durchforsten, dann muss man sich auf einer Weltkarte entscheiden wohin man sich als nächstes wenden möchte, was entweder direkt ins nächste Dungeon führt, oder zu einer Story-Sequenz in der man unterschiedliche Entscheidungen treffen kann. Klingt vom Prinzip her vollkommen in Ordnung, zumal es sich dadurch eventuell lohnen könnte das Spiel mehrfach auf unterschiedliche Art und Weise durchzuspielen. Nach meinem ersten Durchgang muss ich aber sagen, dass ich kein wirkliches Interesse habe mich noch länger mit dem Spiel zu beschäftigen. Nicht weil es grauenhaft gewesen wäre, sondern weil sich das Dungeon Crawler Gameplay mit dieser Art von Story nicht wirklich verträgt.
 
Ich habe zwar nur 8 1/2 Stunden bis zum Ende gebraucht, aber die meiste Zeit durchstreift man eben nur die Dungeons, in denen es so gut wie keine Story gibt. Und das was außerhalb der Dungeons geboten wird, wirkte auf mich nicht so, als ob sich die Ereignisse soviel anders hätten entwickeln können. Weil die paar Stellen wo ich mit meinen Entscheidungen herumexperimentiert habe führten entweder dazu,  dass ich ein Dungeon (und damit dessen Loot) vollkommen übersprungen habe, oder dass ich plötzlich Gegnern gegenüberstand denen ich absolut nicht gewachsen war. Letzteres ist mir gegen Ende mal passiert, und ich habe aus irgendeinem Grund absolut keinen Schaden anrichten können. Wegrennen wäre also die einzige Option gewesen. Die bringt nur nicht soviel wenn man von Dutzenden Gegnern umzingelt ist die einen irgendwann von allen Seiten einkreisen und es somit absolut unmöglich machen auch nur einen weiteren Schritt zu gehen. Von daher hatte ich schlussendlich keine andere Wahl als meinen Spielstand neu zu laden und eine weniger hoffnungslose Entscheidung zu treffen.


 
Obwohl ich jeden Ort den ich finden konnte so gut wie möglich abgegrast habe, scheine ich aber trotzdem einiges verpasst zu haben. Laut Beschreibung soll es nämlich möglich sein bis zu zwei weitere Charaktere zu rekrutieren, aber ich habe im kompletten Spiel nur eine einzige Person getroffen die sich mir angeschlossen hat. Und obwohl es für jedes Element andere Zaubersprüche geben soll, habe ich nur zweimal Feuer und zweimal Eis gefunden, wodurch all die Gegenstände für die anderen Elemente nur mein winziges Inventar verstopft haben. Das Magie-System ist ansonsten aber durchaus interessant. Anstatt auf sowas wie Mana angewiesen zu sein, vergiftet eine nämlich jede Anwendung eines Zaubers. Und sobald diese Vergiftung das Maximal-Level erreicht, schadet man sich mit jedem weiteren Zauber selber.

Daraufhin muss man also entweder warten, einen Gegenstand des selben Elements zu sich nehmen, oder zu einem anderen Element wechseln. Letzteres konnte ich aufgrund mangelnder Zauber aber leider nur selten anwenden. Und da jeder Charakter nur 25 Gegenstände mit sich tragen kann, wäre für sehr viel mehr auch gar kein Platz gewesen. Die Tatsache, dass sich nichts irgendwie stapeln lässt, hat das nur noch erschwert. Man muss sich also ganz genau überlegen was man mit sich rumtragen möchte. Den Rest kann man aber zumindest auf den Boden werfen und eventuell später wieder aufsammeln.

Aeon of Sands

Mit einem zweiten Charakter wird das glücklicherweise ein bisschen angenehmer. Und ein dritter hätte sicher auch geholfen, zumal der eine den ich hatte mich vor dem Finale einfach mal im Stich gelassen hat,  wodurch die letzte, extrem umfangreiche Dungeon Crawler Sequenz leider extrem nervig war. Nicht weil die Gegner zu stark gewesen wären, sondern weil die Gegnermassen allein zu bekämpfen ständig dazu geführt hat, dass ich keine Ausdauer mehr hatte. Und ohne Ausdauer kann man weder zuschlagen, noch irgendwelche Zauber wirken. Und die Gegenstände die meine Ausdauer hätten wiederherstellen können, sind natürlich auch irgendwann zur Neige gegangen. Von daher sahen die letzten Stunden in etwa so aus: Ich habe ein paar Gegner erledigt, mich dann in eine sichere Ecke verkrochen, und danach habe ich irgendwas im Browser gemacht während sich meine Ausdauer wieder aufgeladen hat. Als spannend kann ich das also nicht wirklich bezeichnen.

Als Dungeon Crawler ist das Spiel ansonsten aber durchaus ganz brauchbar. Erst recht weil es zwar sehr retro aussieht, aber trotzdem Komfort-Funktionen wie Auto-Mapping und Map-Notizen zu bieten hat, letztere sogar mit besonderen Symbolen mit denen man Fallen und unsichtbare Wände kennzeichnen kann. Man kann außerdem jederzeit speichern, und ab und zu werden sogar Autosaves angelegt. 100%ig zufriedenstellen konnte mich das Gameplay aber trotzdem nicht. Zum einem weil mir die Dungeons viel zu labyrinthartig aufgebaut sind, und es trotz vieler Abzweigungen und Geheimgänge einfach viel zu wenig lohnenswertes zu holen gibt.

Rollenspiel

Das war vor allem in einem Dungeon besonders auffällig, wo man sich erst mal auf die andere Seite der Karte schlagen muss um eine Spitzhacke aufzutreiben. Daraufhin kann man brüchige Wände zerschlagen die über das komplette Dungeon verstreut sind, was zumindest von der Idee her ganz nett ist. Im Anschluss habe ich allerdings nur sehr viele Gegner und vielleicht zwei nützliche Ausrüstungsgegenstände gefunden. Also, es lag zwar noch ein bisschen mehr rum, aber das war halt alles schlechter oder maximal genauso gut wie das was ich bereits hatte.

Es gibt außerdem so gut wie nichts was das monotone Gameplay irgendwie ausgleichen könnte. Klar, ab und zu gibt es mal ein bisschen Story, aber die ist im Großen und Ganzen nicht der Rede wert, zumal sie sich nur selten ernst nimmt und der Protagonist sogar mehrfach direkt mit dem Erzähler interagiert. Und dieser macht sich an einer Stelle quasi darüber lustig, dass die Story nicht besonders glaubhaft oder gut durchdacht ist, was sich garantiert negativ auf die Reviews auswirkt. Das hätte aber vermutlich besser funktioniert wenn die Story vollkommen absurd wäre anstatt zwischendurch auch noch ernste Momente bieten zu wollen. So hat sie es aber leider nicht fertiggebracht mich über das Gameplay hinwegsehen zu lassen. Und dieses hat neben den Kämpfen nur relativ simple Schalter- und Druckplatten-Rätsel zu bieten.

Dungeon Crawler

Ich hing nur einmal für längere Zeit fest weil die zu aktivierenden Hebel sehr unscheinbar über die Wände des Dungeons verteilt waren, wodurch ich mehrfach alle Ebenen abklappern musste um Stück für Stück die ganzen verschlossenen Türen zu öffnen. Das entsprechende Dungeon hatte zwar auch ein paar Fallen zu bieten, von denen hat aber nur eine Fallen-Sequenz einen bleibenden Eindruck hinterlassen weil ich jedes Mal Schaden genommen habe oder in Fallgruben gestürzt bin wenn ich mich da durchbewegen musste.

Etwas anderes das mich so ein bisschen stört ist die Tatsache, dass man in dem Spiel nur bedingt stärker werden kann. Zum einen auf die offensichtliche Art und Weise, über neue Ausrüstungsgegenstände, und zum anderen dadurch wie man seine Gegner angreift. Nahkampf-Angriffe, Fernkampf-Angriffe, sowie Magie sorgen nämlich dafür, dass jeweils ein zusätzliches Attribut langsam aber sicher gesteigert wird, was auch mit den Statuswerten zusammenhängt. Inwiefern das tatsächlich einen Unterschied macht, ist mir allerdings nicht klar. Dieses System hätte von daher auch weggelassen werden können ohne dass sich am Spielgefühl irgendwas geändert hätte. Ein normales RPG System wo man selbst aufleveln und seine Punkte verteilen kann, wäre mir persönlich aber lieber gewesen.

Aeon of Sands - The Trail

Ich muss außerdem zugeben, dass ich nach dem ersten Dungeon fast dauerhaft einen Podcast hatte laufen lassen. Das Ambiente des Spiels ist mir persönlich nämlich viel zu minimalistisch. Eignet sich zwar gut um herannahende Gegner ausfinding zu machen, aber auf Dauer war mir das einfach zu trostlos und langweilig. Mag zugegebenermaßen ganz gut zum postapokalyptischen Setting passen, aber gefallen muss es mir ja trotzdem nicht.

Von daher muss ich sagen, dass Aeon of Sands ganz okay ist. Kann man durchaus spielen, aber einen bleibenden Eindruck wird es zumindest bei mir nicht hinterlassen. Zumal es mit Sorcery! eine wesentlich unterhaltsamere Choose Your Own Adventure Story gibt, und mit Legend of Grimrock 2 einen Dungeon Crawler mit ähnlichen Gameplay, welches aber sehr viel mehr zu bieten hat.




Aeon of Sands ist an sich kein schlechtes Spiel, aber die Choose Your Own Adventure Elemente kommen dank des Dungeon Crawler Gameplays viel zu kurz, und die Dungeons sind mir vom Design her zu monoton, mit viel zu vielen Kämpfen und viel zu wenig Rätseln.

 

Positive Aspekte von Aeon of Sands

  • Gut umgesetztes Retro Setting.
  • Das Dungeon Crawler Gameplay geht gut von der Hand und hat einige nützliche Komfort-Funktionen zu bieten.
  • Ein interessantes Magie-System das allerdings vermutlich noch viel besser funktionieren würde wenn man mehr als nur zwei unterschiedliche Elemente auftreiben kann.

 

Negative Aspekte von Aeon of Sands

  • Gegenstände lassen sich nicht stapeln, wodurch das winzige Inventar schnell verstopft ist. 
  • Die Choose Your Own Adventure Elemente kommen neben dem Dungeon Crawler Gameplay kaum zur Geltung.
  • Die Dungeons haben viel zu wenig nützliche Ausrüstungsgegenstände zu bieten, und leider auch nur sehr wenige Rätsel.
  • Das Ende fand ich etwas nervig da ich nur noch einen einzigen Charakter hatte und ich dadurch ständig darauf warte durfte, dass sich meine Ausdauer nach ein paar Kämpfen regeneriert.
Aeon of Sands - The Trail Reviewed von Jack am 2018-04-12 Rating: 3