Danganronpa 2: Goodbye Despair Review - Jack-Reviews.com

Danganronpa 2: Goodbye Despair Review

Playstation Vita
Danganronpa 2 ist ein indirekter Nachfolger zum ersten Teil, sollte aufgrund von Spoilern aber auf jeden Fall als zweites gespielt werden
Wie schon im Vorgänger begeben sich neue Schüler auf den Weg zur Hopes Peak Academy, wo sie plötzlich das Bewusstsein verlieren und in einem Klassenzimmer wieder zu sich kommen. Dieses befindet sich allerdings nicht innerhalb der Akademie sondern auf Jabberwock Island, einem Urlaubsparadies wo sich die 16 Schüler entspannen und sogenannte Hoffnungsfragmente sammeln sollen.

Klingt nicht gerade nach einem tödlichen Spiel und soll es auch nicht sein. Im Gegensatz zum Vorgänger fungiert nämlich ein friedliebender Plüschhase namens Usami als Aufsichtsperson. Jedenfalls bis Monokuma gewaltsam die Macht an sich reißt und Usami zu seiner Schwester Monomi ernennt.

Daraufhin beginnt die zweite Runde des Mörderspiels. Dieses funktioniert genauso wie im Vorgänger: Einer der Schüler muss einen Mord begehen und darf in der anschließenden Verhandlung nicht entlarvt werden. Passiert dies trotzdem wird er auf bizarre Art und Weise hingerichtet.

Danganropa 2: Goodbye Despair

Die Verhandlungen sind mit denen des Vorgängers beinahe identisch. So müssen in der Diskussionphase Argumente mithilfe von Beweisen oder anderen Argumenten abgeschossen werden. Neu hinzugekommen sind blaue Argumente, welchen man nicht widersprechen sondern zustimmen muss.

Später kommt außerdem der Lärm zurück, sprich Kommentare anderer Charaktere die das Abschießen von Argumenten blockieren. Diese können unter anderem mit dem hinteren Touchpad vernichtet werden. Außerdem kann es helfen das Gespräch zu verlangsamen um den Schuss besser timen zu können.

Diverse Rätsel müssen außerdem mithilfe selbstgebildeter Wörter gelöst werden. Im ersten Teil ließ sich das durch Abschießen von Buchstaben erreichen. Diesmal müssen zwei identische Buchstaben aber erstmal miteinander kombiniert werden. Klingt simpel, wird durch rumfliegende Buchstaben aber erschwert. Diese zerstören sich nämlich gegenseitig und ziehen Energie ab wenn sie aufeinanderprallen. Fand ich nicht gerade prickelnd. Das System des Vorgängers war zwar simpel, hat dementsprechend aber auch nicht genervt.

Danganronpa

Außerdem gibt es sowas wie Duelle. In diesen versucht ein Charakter die eigenen Argumente niederzuschmettern, was durch Zerschneiden seiner Aussagen und häufiges X-Gehämmere vereitelt werden muss. Könnte theoretisch mit dem Touchscreen gesteuert werden, aber das Steuerkreuz liefert durchgehend bessere Ergebnisse.

Man muss allerdings aufpassen, wieviel Schnitte verfügbar sind. Manchmal reichen diese nämlich nicht aus um alle Aussagen einzeln zu zerstören. Außerdem dürfen keine Argumentationspunkte auf diese Art und Weise vernichtet werden, ansonsten darf man die Phase direkt wiederholen. Stattdessen müssen erneut Beweise vorgebracht werden um das Duell zu beenden.

Duell

Als nächstes kommen die Logic Dives, eine Art Snowboard-Minispiel im Inneren des Geistes. Klingt schwachsinnig und ist es eigentlich auch. Diese dienen nämlich nur dazu zwei bis drei Fragen zu beantworten, was problemlos in Multiple Choice-Fragen getan werden könnte.

Ist an sich zwar eine nette Abwechslung, aber gegen Ende waren sie ein bisschen nervig. Man muss nämlich nicht nur Hindernissen ausweichen sondern auch über Löcher springen, teilweise sogar diagonal. Wer mit sowas nichts anfangen kann, der sollte also die Action-Schwierigkeit nach unten stellen.

Rätsel

Die restlichen Features sind mit denen des Vorgängers nahezu identisch. So gibt es ein Rhythmus-Spiel in dem der finale Beweis für die Schuld des Täters erbracht werden muss (welcher diesmal mithilfe von vier Satzteilen zusammengesetzt wird, was ich beim ersten dieser Segmente eher schlecht gelöst fand), sowie einen Comic in dem der Fall noch einmal rekonstruiert wird.

Ihr fragt euch aber sicherlich, wie gut die Fälle eigentlich sind. Und ich kann nur sagen: fantastisch! Während die des Vorgängers sehr vorhersehbar waren, so wird hier ein Twist nach dem anderen geliefert, teilweise sogar als direkte Reaktion auf die Ereignisse des ersten Teils, was sich schon im Charakter einer bestimmten Person niederschlägt.

Aufgrund des abwechslungsreicheren Settings gibt es außerdem ein paar besonders interessante Fälle, vor allem der im Fun House. Dieses besitzt sogar eine Fluchtsequenz die direkt aus Virtue's Last Reward oder dessen Vorgänger stammen könnte. Wer sich damit nicht rumschlagen will, kann diese aber einfach überspringen.

Am besten war allerdings der vorletzte Fall (wenngleich der letzte epischer daherkommt), sowie die Enthüllungen direkt im Anschluss. Die habe nämlich in keinster Weise auch nur kommen gesehen. Von daher würde ich Danganronpa 2 auf jeden Fall über dem ersten Teil einstufen. Es macht einfach soviel besser und nur wenig schlechter.

Virtue's Last Reward

Außerhalb der Verhandlungen machen sich diese Verbesserungen ebenfalls bemerkbar. So gibt es zwar immer noch 3D-Sequenzen, aber ein Großteil von Jabberwock Island kann in 2D erforscht werden. Das geht auch recht zügig, außer man will eine Art Tamagotchi aufziehen. Dieses entwickelt sich abhängig davon wieviel man läuft und muss außerdem mit Geschenken beglückt werden.

Bringt es irgendwas? Nunja, Geschenke die man weitergeben kann. Wirklich wichtig ist das aber nicht. Man kann zwar erneut Zeit mit den Charakteren verbringen und sie somit besser kennenlernen, aber wirklich wichtig sind die überreichten Geschenke nicht. Als Belohnung gibt es (neben ihrer Unterwäsche) Cheats die während der Verhandlung ausgerüstet werden können. Im Laufe des Spiels habe ich allerdings nur zwei "Routen" beenden können. Die anderen Charaktere sind mir vorher weggestorben.

Es gibt allerdings einen Insel-Modus, der nach dem Ende des Spiels freigeschaltet wird. Dieser fungiert zum Teil wie eine Dating Sim, zum anderen Teil wie eine Lebenssimulation, und kann dazu genutzt werden die restlichen Routen zu beenden. Wollte ich mir eigentlich näher ansehen, aber nach einer Runde hatte ich keine Lust mehr. Werde mir die Spezial-Events wohl einfach auf Youtube anschauen.

Danganronpa Island Mode

Es gibt außerdem eine Art Action-RPG in Form von Magical Miracle Girl Usami, welches zeigt wie Monomi im Laufe der Handlung gegen die Monobeasts antritt. Kurzweilig sicherlich ganz nett, aber schlussendlich viel zu eintönig um wirklich Spaß zu machen. Fließt in meine Wertung allerdings nicht mit ein, da es nunmal kein essenzieller Bestandteil des eigentlich Spiels ist.

Wer Danganronpa mochte, der dürfte am zweiten Teil also auch viel Spaß haben. Die Charaktere sind zwar immer noch ein bisschen blass, aber die Story kann das mehr als ausgleichen. Bin schon gespannt wie der dritte Teil wird. Aber vorher kommt ja noch ein Spinoff, welches zwischen dem ersten und zweiten Teil angesiedelt ist. Sollte aufgrund von Spoilern aber erst nach dem zweiten Teil gespielt werden.

 

Abschließende Bewertung



Danganronpa 2 versucht seinen Vorgänger in jeder Hinsicht zu übertrumpfen und schafft dies ohne größere Probleme. Ein paar der Verbesserungen und neuen Features sind zwar eher fragwürdiger Natur, aber die Story so fantastisch, dass ich problemlos drüber hinwegsehen kann.

 

Positive Aspekte von Danganronpa 2


  • die Story übertrumpft den Vorgänger in so gut wie jeder Hinsicht
  • sollte man irgendwann scheitern, darf man die selbe Stelle mit voller Energie nochmal versuchen 
  • die "Charakterrouten" können nach den Credits im Inselmodus abgeschlossen werden
  • sowohl die Actionsequenzen als auch die Rätsel können mithilfe unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden

 

Negative Aspekte von Danganronpa 2


  • ab und zu gibt es Diskussionen wo die Lösung alles andere als offensichtlich ist
  • die Logic Dives sind vollkommen unnötig und die "Verbesserungen" des Wörterspiels machen es nur nerviger 
  • der Magical Miracle Girl Usami-Modus ist zu eintönig um wirklich unterhalten zu können
Danganronpa 2: Goodbye Despair Reviewed von Jack am 2015-08-26 Rating: 5