[Review] Mulaka - Jack-Reviews.com

[Review] Mulaka

Für dieses Review habe ich einen Key von den Entwicklern erhalten!
3D Action Adventure

Mulaka ist ein Indie Action Adventure das von der Kultur und Mythologie der Tarahumara, den Ureinwohnern Nordmexikos, inspiriert wurde. Passend dazu haben die Entwickler auch eine kurze Doku zusammengestellt die zumindest ein paar grundlegende Fakten über die Tarahumara zu vermitteln versucht. Das Spiel selber hilft da nicht so wirklich, zumal ich mir die ganzen fremdartigen Begriffe eh nicht merken konnte. Immerhin gibt es so Kreaturen wie den Ganoko Kubechi oder die Sipamea Ma'chiri. Man schlüpft außerdem in die Haut eines Sukurúame, eines Schamanen der Tarahumara. Dieser hat Visionen vom Ende der Welt und muss deswegen Gebiete bereisen die vom Heimatland der Tarahumara inspiriert wurden.

Dort stellt er sich einer Reihe von Gefahren um die Unterstützung von Halbgöttern zu erlangen die ihm neue Fähigkeiten beibringen. Dadurch kann er sich unter anderem in einen Vogel verwandeln um größere Abgründe zu überwinden, sowie in einen Puma um steile Abhänge zu erklimmen. Teilweise muss man die auch miteinander kombinieren, was aufgrund der Tastenbelegung ein bisschen suboptimal ist. Für die Vogel-Verwandlung muss man nämlich springen und dann nochmal die Sprungtaste drücken. Und für die Puma Verwandlung muss man ebenfalls springen und gleichzeitig die Taste zum Ausweichen drücken. Das geht gerade so wenn man nur eins davon braucht, aber beides gleichzeitig hat mehrfach dazu geführt, dass ich mich in einen Vogel verwandelt habe obwohl ich eigentlich den Puma wollte.

Mulaka

Da diese Verwandlungen Magie benötigen, gibt es in Vogel-Form außerdem Stellen die ein bisschen nervig sind, weil man von Magiepunkt zu Magiepunkt fliegen muss um nicht mitten in der Luft wieder zum Menschen zu werden. Wäre sicher ganz okay wenn man ordentlich steuern, sprich hoch- und runterfliegen könnte. Stattdessen muss man die Verwandlung richtig timen und manchmal von Luftströmungen Gebrauch machen. An manchen Stellen hätte ich mir statt der Verwandlung außerdem einen Doppelsprung gewünscht. Weil springen und sich für eine Sekunde in einen Vogel zu verwandeln ist ein bisschen umständlich, vor allem wenn man das mehrere Male hintereinander machen muss.

Ansonsten habe ich mit dem Gameplay aber keine großen Probleme, auch wenn das Kampfsystem ein bisschen simpel ist. So gibt es zwar Gegner die man erst vom Himmel holen muss (entweder indem man sie in der Luft angreift oder einen Speer nach ihnen wirft) oder die man mit einem schweren Angriff auf den Rücken schleudern muss, im Anschluss kann man aber einfach auf sie eindreschen ohne dass sie sich noch irgendwie wehren könnten. Gegner ohne Schutzmechanismus sind dementsprechend leichte Beute wenn man an sie ran kommt. Nach einigen Treffern kann man außerdem einen Finisher raushauen der alle normalen Gegner in Reichweite mit einem Schlag vernichtet.

Action Adventure

Die Bosskämpfe erfordern schon ein bisschen mehr Taktik, weswegen im Laufe der Zeit vier verschiedene Tränke hinzu kommen die einem das Leben erleichtern sollen. Mit dem ersten kann man sich heilen, der zweite dient als Bombe, der dritte als zeitlich begrenzter Schild, und mit dem letzten versetzt man sich in Rage und steigert damit seine Angriffsgeschwindigkeit. Man muss allerdings darauf achten, dass die Tränke allesamt ein paar Sekunden brauchen bis sie wirksam werden (weil der Sukurúame erst mal einen Tanz aufführt … warum auch immer). Einen Heiltrank direkt neben einem Boss zu trinken führt dementsprechend die meiste Zeit nur dazu, dass man direkt unterbrochen wird.

Bevor man irgendwelche Tränke nutzen kann, muss man außerdem die richtigen Ressourcen für sammeln. Die entsprechenden Pflanzen sind zwar eigentlich recht offensichtlich, sie können aber auch mit der sogenannten Sukurúame Vision sichtbar gemacht werden, welche quasi als Radar dient und alle Punkte von Interesse um einen herum sichtbar macht. 100%ig drauf verlassen kann man sich allerdings nicht, da zum Beispiel die Geister die man pro Gebiet „sammeln“ kann dort nicht zu sehen sind. Selber gefunden habe ich die aber auch nicht alle, schon weil man diesen Modus nur für kurze Zeit aufrecht erhalten kann.

Sukurúame

Neben diesen Sammelobjekten gibt es ansonsten noch Upgrades die eventuell erwähnenswert wären. Diese lassen sich im zweiten Gebiet erwerben und sorgen unter anderem dafür, dass man mehr Schaden macht oder selber mehr einstecken kann. Die dafür benötigen Punkte sind allerdings nicht so einfach zu bekommen, schon weil die normalen Gegner nur wenig davon fallen lassen. Stattdessen muss man die Bosse bekämpfen sowie versteckte Behälter ausfindig machen.

Ansonsten muss ich noch die Rätsel erwähnen, die eigentlich ganz okay sind, aber gleichzeitig auch extrem unkreativ. Ab dem zweiten Gebiet wird nämlich die selbe Art von Rätsel (bei dem man einen Wasserstrom wiederherstellen muss) immer und immer wieder recycelt, nur jedes Mal ein bisschen umfangreicher. Unterschiedliche Rätsel hätten aber einen besseren Eindruck hinterlassen, schon weil ich dann nicht jedes Mal auf den ersten Blick gewusst hätte was zu tun ist.

Mulaka

Es gibt außerdem Stellen, an denen Mulaka wie ein Open World Spiel wirkt, es aber eigentlich nicht ist. Sprich es gibt ständig irgendwelche unsichtbaren Wände die das Weiterkommen behindern, selbst wenn dahinter noch Gebiete sind die man auf andere Weise erreichen kann. Das ist vor allem dann blöd, wenn man eine Anhöhe erklimmt und dann in Vogel-Form auf einen Hügel zufliegt der zwar eigentlich betretbar wirkt, an dem man aber mitten in der Luft einfach abprallt. Ist zwar kein gewaltiges Problem, aber es wirkt ein bisschen unschön.

Von diesen Macken mal abgesehen ist Mulaka aber ein wunderbares Indie Game, wenngleich der Grafik-Stil ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. Das Gameplay ist dafür sehr unterhaltsam, der Soundtrack ganz gut, und mit 7 Stunden hat es für das Genre auch eine ordentliche Länge zu bieten. Ihr solltet nur in Sachen Story nicht zu viel erwarten. Es gibt zwar eine, als interessant würde ich sie aber nicht bezeichnen. Die Welt zu erkunden und die Bosse zu bekämpfen hat mir aber schon gereicht.




Mulaka ist ein gut gemachtes Action Adventure das vor allem mit seinen Bosskämpfen glänzen kann. Der Grafikstil ist allerdings ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenngleich die Welt eigentlich ganz hübsch ist.

 

Positive Aspekte von Mulaka

  • guter Soundtrack der vor allem in den Bosskämpfen glänzt
  • es wird eine ordentliche Spielzeit von circa 7 Stunden geboten
  • die Welt ist eigentlich ganz hübsch, wenngleich der Grafikstil sehr eckig ist
  • ein simples aber gut gemachtes Kampfsystem das zumindest ab und zu ein bisschen Taktik verlangt, vor allem bei den Bossen

 

Negative Aspekte von Mulaka

  • die unsichtbaren Wänden wirken ein bisschen unschön
  • die Tastenbelegung für die Vogel- und Puma-Verwandlung ist in Kombination ein bisschen suboptimal
  • die Rätsel sind zwar eigentlich ganz nett, es wird aber immer und immer wieder genau die selbe Art von Rätsel recycelt
  • man kann in der Vogel-Verwandlung weder nach oben noch nach unten fliegen sondern muss stattdessen aufs Timing und auf Luftströmungen achten