[Review] Echoes of Aetheria - Jack-Reviews.com

[Review] Echoes of Aetheria

rpg-maker klassisches rpg
Echoes of Aetheria ist ein klassisches Rollenspiel das mit dem RPG-Maker erstellt wurde und vom selben Entwickler wie Skyborn stammt
Ursprünglich hatte ich das Spiel als uninteressant abgestempelt, wirkte es doch wie ein generisches RPG-Maker Projekt das einzig und allein mit einem interessanten Kampfsystem zu glänzen weiß. Warum habe ich es dann doch gespielt? Weil ich überraschenderweise einen Key zugeschickt bekommen habe! Und nach 13 1/2 Stunden kann ich sagen: es ist genau das was ich erwartet hatte. Ob das was schlechtes ist müsst ihr selber entscheiden.

Zur Story kann ich nicht viel sagen ... weil soviel ist eigentlich nicht passiert. Es geht um eine Entführung, dann um einen Krieg, und das war es fast auch schon. Zumindest die Charaktere sind einigermaßen interessant. Sprich es wird mehr als genug Zeit aufgewendet um sie Spielern näher zu bringen. Und zwischen den Kapiteln gibt es viele optionale Gespräche um noch mehr über sie in Erfahrung zu bringen.

Die gegnerische Seite ist bei weitem nicht so gut bestückt. Es gibt drei Charaktere die mir einigermaßen im Gedächtnis geblieben sind. Zwei davon sind langweilig und der dritte ... nunja, er ist okay.

Als spannend oder interessant kann ich Echoes of Aetheria also nicht bezeichnen. Und die Präsentation lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Es gibt zwar einige Posen, aber da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Eine lebendig wirkende Story hinterlässt immerhin einen besseren Eindruck als Charaktere die starr in der Gegend rumstehen.

Echoes of Aetheria

Das Gameplay weiß da schon mehr zu überzeugen. Es gibt ein HUD samt Maussteuerung, drei Schwierigkeitsgrade, ein Schmiede-System, Ausrüstungs-Modifikatoren, sichtbare Gegner, austauschbare Skills und natürlich das bereits erwähnte ATB-Kampfsystem mit wechselbaren Formationen.

Die Charaktere müssen also warten bis ihre Aktionsleiste gefüllt ist um Angriffe auszuführen. Manche erfolgen augenblicklich, andere lassen ein paar Sekunden auf sich warten. Für die meisten wird außerdem eine bestimmte Menge an TP benötigt. Diese werden im Laufe des Kampfes gesammelt, können aber auch mit Skills und Ausrüstungsgegenständen gesteigert werden.

Davon abgesehen müssen Spieler auch den Cooldown im Auge behalten. Je mächtiger die Fähigkeit, desto länger lässt der nächste Einsatz auf sich warten. Das spielt aber nur bei Bosskämpfen eine Rolle. Normale Gegner sterben bevor es wirklich stören würde. Und das obwohl ich in der zweiten Hälfte den meisten Gruppen aus dem Weg gegangen bin.

Erst gegen Ende wurde es etwas schwerer. Und das obwohl ich automatisch auf Level 99 gesetzt wurde. Keine Ahnung ob das beabsichtigt war. Würde vom Balancing aber Sinn machen, dauerten die Kämpfe doch länger als vorher. Und Ausweichen war auch nicht drin. Dafür waren die Gegner zu schnell und die Gänge zu eng.

Rollenspiel

Aber nochmal zum Kampfsystem, genauer gesagt den Formationen. Diese können vor einem Kampf festgelegt werden und entscheiden darüber wieviel Schaden die jeweiligen Charaktere erhalten und inwiefern sie angegriffen oder verteidigt werden.

So können die Gegner in der oben zu sehenden Formation nur die vordere Reihe angreifen. Die eigene Gruppe betrifft das aber ebenso. Einzig Fernkampfangriffe und Magie können die hinteren Reihen penetrieren.

Charaktere mit viel HP und Rüstung sollten die schwächeren also beschützen. Es gibt allerdings Angriffe die die komplette Formation zunichte machen können. Diese lässt sich innerhalb eines Kampfes zwar anpassen, das kostet aber wertvolle Zeit. Und sie wird im Anschluss nicht zurück gesetzt. Im Gegensatz zu mir solltet ihr also nicht vergessen die Charaktere danach an ihre ursprüngliche Position zu schieben.

Ansonsten gibt es zu den Kämpfen nur noch eins zu sagen: Gegner können mit speziellen Angriffen ins Taumeln gebracht und somit vom Angreifen abgehalten werden. Ist die meiste Zeit vollkommen unnötig, wird bei manchen Bossen aber benötigt um nicht zu Hackfleisch verarbeitet zu werden.

Skills

Diese sowie alle anderen Fähigkeiten können außerhalb von Kämpfen frei gewechselt werden. Damit lässt sich die Gruppe perfekt auf jede Situation vorbereiten. Wenn man denn Lust drauf hat. Die meiste Zeit bin ich aber mit den selben Fähigkeiten rumgerannt. Nach fünf bis sechs Stunden hat man die auch alle erlernt.

Danach gilt es nur noch Skill-Punkte zu verteilen um die Fähigkeiten auf Level 5 zu bringen. Diese werden hauptsächlich durch Bosskämpfe erworben, können aber auch in Form von Schriftrollen gesammelt werden. Als nötig würde ich das aber nicht bezeichnen. Die meisten Charaktere benutzen eh nur einen Bruchteil ihrer Fähigkeiten. Und die Punkte lassen sich stets neu verteilen.

Um eine Sache kommt man aber nicht herum. Und zwar das Schmiede-System. Dieses ist von der Idee her zwar ganz cool, können doch viele unterschiedliche Materialien kombiniert werden um genau das zu basteln was man haben will, aber es führt auch kein Weg dran vorbei. Erwerbbare Ausrüstung ist stets veraltet und in Truhen liegen meist nur Rohmaterialien.

Ausrüstung

Das fand ich doch sehr anstrengend, schon weil man das Ergebnis erst im Anschluss sieht. Außerdem muss eine gewisse Traglast beachtet werden. So kann Lucian zwar schwere Rüstung tragen, die Frauen aber nicht. Überschreitet man die Grenze sinken so gut wie alle Werte.

An der Stelle kommen die Augmentationen ins Spiel. Diese können an Ausrüstung gekoppelt werden und zusätzliche Boni verliehen. So gibt es eine Feder die das Gewicht senkt oder Metall welches die Angriffskraft erhöht. Da lässt sich also einiges mit anstellen, wenn man denn das Geld für hat. Am Ende hatte ich nämlich zu viel Slots und konnte diese gar nicht füllen. Dabei fehlte mir sogar die beste Rüstung. Diese zu erhalten war mir aber viel zu nervig. Und auch nicht wirklich nötig.

Es gibt nämlich einen Grund warum das Spiel so leicht ist: die Gruppe wird nach jedem Kampf geheilt! Außerdem kann man überall speichern. Es gibt nur zwei Stellen wo das nicht der Fall ist. Und diese sind nur schwer wenn man Achievements sammeln will. Das war mir nach drei Fehlversuchen aber zu nervig.

Wird garantiert nicht jedem gefallen, aber wer keinen hohen Ansprüche hat kann sicherlich mal reinschauen. Echoes of Aetheria ist schon okay. Mehr aber auch nicht. An das Kampfsystem werde ich mich vermutlich erinnern. An den Rest eher weniger.


 

Abschließende Bewertung



Echoes of Aetheria schafft es leider nur geringfügig sich von der Masse an kommerziellen RPG-Maker Spielen abzuheben. Das Kampfsystem ist zwar richtig gut, kann aufgrund des Schwierigkeitsgrades aber nur selten glänzen. Der Rest des Spiels kann da leider nicht mithalten.

 

Positive Aspekte von Echoes of Aetheria



  • Skills können jederzeit gewechselt werden
  • der Schwierigkeitsgrad kann pro Kapitel geändert werden
  • ein gut durchdachtes Kampfsystem voller Möglichkeiten
  • die Dungeons sind größtenteils okay und bieten Entdeckern große Schätze für die aber erst der Schlüssel gefunden werden muss

 

Negative Aspekte von Echoes of Aetheria

 
  • das Spiel ist auf Normal schon viel zu einfach
  • die Antagonisten sind langweilig und die Story nur okay
  • das Schmiedesystem ist von der Idee her zwar ganz cool, man hat aber auch keine andere Wahl da kaufbare Ausrüstung stets veraltet ist
Echoes of Aetheria Reviewed von Jack am 2016-01-15 Rating: 3