[Review] The 3rd Birthday - Jack-Reviews.com

[Review] The 3rd Birthday

Parasite Eve
The 3rd Birthday ist ein Third-Person Shooter für die PSP und fungiert als dritter Teil der Parasite Eve Serie
Keine Ahnung warum sie den Titel weggelassen haben, würde er doch wunderbar zu den Ereignissen der Story passen. Aya Brea springt diesmal nämlich durch die Zeit und übernimmt dabei die Körper anderer Menschen um die sogenannten Twisted zu vernichten bevor sie die Welt zugrunde richten. Dabei muss sie storytechnisch einige ihrer Wirtskörper dem Tod überlassen, was durchaus ein interessantes moralisches Dilemma wäre. Darauf wird allerdings nie eingegangen.

Aber was erwarte ich eigentlich von einem Spiel, dessen Story die meiste Zeit keinen Sinn ergibt und dessen Charaktere so flach wie ein Brett sind? Aya befindet sich nämlich in Gefangenschaft, soll dann in die Vergangenheit reisen um einen Babel zu vernichten, dann wird die Zeit zurückgedreht, wodurch sie das ganze in anderer Form nochmal wiederholen darf ... und zwischendurch hat sie Visionen von Kyle und Eve, welche Fans noch aus den Vorgängern kennen sollten.

Ich habe allerdings nur den ersten Teil beendet und beim zweiten schnell die Lust verloren. Und The 3rd Birthday hat nicht viel dazu beigetragen mir die Charaktere näher zu bringen. Aya wollte Kyle heiraten, Eve ist ihre Schwester (aber eigentlich nicht so wirklich) ... und ja. Mehr gibt es da auch nicht zu erzählen.

Die neuen Charaktere sind in etwa genauso interessant. Da ist Ayas Boss, irgendein Kerl der sich mit Computern auskennt, dann eine Frau mit der sie scheinbar befreundet ist, ein Kerl der offensichtlich böse ist (was nach der Enthüllung direkt im Nichts verschwindet, wodurch ich keine Ahnung habe was das eigentlich sollte) und dann irgendein Japaner der nach dem Ende einer Episode plötzlich da ist und aus unerfindlichen Gründen mit Aya zusammenarbeitet. Und damit wisst ihr auch schon das Wichtigste...

Overdrive

Am Ende wird zwar noch versucht die Handlung zu erklären (was oberflächlich gesehen durchaus Sinn ergeben könnte), aber ich fand sie dadurch nur noch schwachsinniger, zumal der Auslöser (warum da irgendein Trupp in die Kirche gestürmt ist um Aya zu erschießen) mit keinem Wort erklärt wird. Ist halt passiert damit die Story in Fahrt kommen konnte. Punkt. Weil es natürlich keine andere Möglichkeit gegeben hätte irgendwelche monströsen Kreaturen die Welt angreifen zu lassen.

Vermutlich sollte die Story dank der Zeitreise-Thematik und eines gewaltigen Twists (Aya ist in Wirklichkeit Eve — was ihren komplett anderen Charakter erklärt — die ausversehen Ayas Geist vernichtet hat und damit die Twisted erschaffen hat und jetzt in einer Zeitschleife steckt) höchst komplex wirken, aber für mich war das einfach nur unnötig.

Das selbe könnte man vermutlich von der Zeitreise-Story in Final Fantasy XIII-2 sagen, aber da war die Begründung um einiges logischer. Außerdem hatte die Story viel mehr Zeit sich zu entfalten und auch tatsächlich sowas wie Charaktere (ob man diese mag ist eine andere Sache). The 3rd Birthday ist nach etwa 10 Stunden aber vorbei und wirklich "tiefgründig" ist nur der Charakter, der am Ende die gesamte Story erklärt.

Ich erinnere mich zwar kaum noch an den ersten Teil, aber dieser hat mich zumindest irgendwie bei Laune gehalten. Hier musste ich mich aber ständig fragen was zum Henker eigentlich vor sich geht. Und zwischendurch habe ich mich von Raum zu Raum geballert.

Rollenspiel

Hätte dank der Handheld-Steuerung sicherlich furchtbar sein können. Da Gegner automatisch anvisiert werden, ging das Gameplay aber locker von der Hand. Außer wenn ich mein Scharfschützengewehr oder einen Granatwerfer in die Hand nehmen musste. Diese werden nämlich manuell gesteuert, was nicht gerade toll ist, wenn sich die Gegner ständig auf Aya fokussieren.

Am schlimmsten ist das bei einem Gegner, der in allen vorherigen Kapiteln unverwundbar war. Dieser kann sich nämlich durch die Gegend teleportieren, Barrieren erschaffen, nur mit einer einzigen Waffe verletzt werden und regeneriert sich in der zweiten Phase ständig hoch. In dieser funktionieren zwar auch andere Waffen, aber da die restlichen Soldaten tot waren, hatte ich kaum Zeit mit meinem Scharfschützengewehr auf ihn zu zielen. Dank der Hektik und der suboptimalen Kamera passiert es da auch häufig, dass man in die falsche Richtung schaut.

Das wiederum war beim Endboss der zweiten Episode wirklich "toll". Ich fand dessen zweite Phase allgemein viel zu nervig, aber irgendwann teilt er sich in einen Schwarm von Bienen, woraufhin man ein Scharfschützengewehr zücken und einen leuchtenden Gegner inmitten des Schwarms ausmachen und dann auch noch treffen muss. Da fand ich die anderen Bosskämpfe durch die Bank unterhaltsamer. In Sachen Präsentation kann ich aber nichts gegen sagen. Ebensowenig gegen die Musikuntermalung. Die Rollenspiel-Elemente sind dafür einfach nur furchtbar.

Genetik

Das Aufleveln einzelner Waffen sowie das Freischalten von Upgrades ist zwar vollkommen in Ordnung, aber das oben zu sehende DNA-Brett ist einfach nur grauenhaft umgesetzt. So hat man bis zu neun Fähigkeiten die unterschiedliche Effekte mit sich bringen und aufgelevelt werden können. Klingt an sich ganz brauchbar, oder? Wäre es auch, wenn das Aufleveln nicht ein zeitraubendes Glücksspiel wäre.

Man muss die DNA nämlich mit neuer DNA kombinieren. Diese erhält man durch sogenannte Overdrive Kills, sprich wenn Aya in einen geschwächten Gegner springt und ihn dabei von innen in die Luft jagt. Werden die Gene kombiniert, steigt aber nicht einfach nur das Level. Stattdessen kann es sinken, es kann eine negative Mutation erfolgen und es kann eine komplett neue Fähigkeit erscheinen. Ist zwar erst dann permanent, wenn man sich dafür entscheidet, aber selbst bei zwei Fähigkeiten kann es ewig dauern genau das zu steigern was man haben will.

Wirklich nützlich sind aber nur eine handvoll Fähigkeiten, darunter eine die dauerhaft die Abwehrkraft erhöht. Viele Fähigkeiten werden aber nur per Zufall aktiviert, zum Beispiel wenn man in einen neuen Körper springt. Das betrifft auch die Heilung, welche ansonsten durch Kreuzfeuer ausgelöst werden kann. Dazu muss aber erstmal ein Gegner anvisiert und nicht attackiert werden. Irgendwann kann Aya dann mit in der Nähe befindlichen Soldaten angreifen.

Die meiste Zeit hockte ich allerdings hinter Barrikaden um meine Lebensenergie wiederherzustellen. Ist aber furchtbar langsam, selbst wenn alle Gegner tot sind. Und es gibt nicht immer einen neuen Soldaten in den man springen könnte. Glücklicherweise lässt sich jeder Raum direkt wiederholen. Und zwischendurch gibt es sichere Zonen in denen man neue Munition bekommt und seine Waffen und die DNA verbessern kann.

Twisted

Von daher kann ich The 3rd Birthday nicht wirklich empfehlen. Das Gameplay mag zwar manchmal ganz okay sein, aber als toll würde ich es nicht bezeichnen. Eher als eintönig, wenn man nicht gerade gegen einen Boss antritt. Ab und zu ist es aber fürchterlich nervig, und dass obwohl ich auf Normal gespielt habe.

Und zu der Story habe ich eigentlich alles gesagt. Keine Ahnung wie die irgendwem gefallen könnte. Sympathische oder zumindest sich entwickelnde Charaktere hätten sie vielleicht noch retten können, aber wenn ich am Ende des Spiels genauso schlau bin wie am Anfang, dann ist offensichtlich irgendwas schief gelaufen.

 

Abschließende Bewertung



The 3rd Birthday erzählt eine lächerliche Story und hat Charaktere zu bieten, die man nie wirklich kennenlernt. Das Gameplay kann ab und zu zwar durchaus unterhaltsam sein, aber einige nervige Abschnitte sowie das furchtbare DNA-System ziehen den Spielspaß wieder runter.

 

Positive Aspekte von The 3rd Birthday


  • gute Musikuntermalung 
  • größtenteils unterhaltsame Bosskämpfe
  • die Präsentation ist für ein Handheld-Spiel durchaus gelungen
  • mit den automatisch anvisierenden Waffen geht das Gameplay gut von der Hand

 

Negative Aspekte von The 3rd Birthday


  • DNA zu leveln ist ein zeitraubendes Glücksspiel
  • über die Charaktere erfährt man so gut wie nichts
  • die Story finde ich selbst nachdem sie erklärt wurde lächerlich
  • der Endboss von Episode 2 ist fürchterlich, vor allem in der zweiten Phase