Final Fantasy VII: Crisis Core Review - Jack-Reviews.com

Final Fantasy VII: Crisis Core Review

Final Fantasy VII
Crisis Core dient als Prequel zu Final Fantasy VII und erzählt die Geschichte von Zack Fair, welcher Clouds Leben maßgeblich geprägt hat
Die ganzen Prequels und Sequels zu Final Fantasy VII waren an sich zwar vollkommen unnötig, aber Crisis Core hatte zumindest das Potenzial eine interessante Story zu erzählen, von der im Hauptspiel nur das Ende zu sehen war. Ist dementsprechend zwar blöd wenn man dieses bereits kennt, aber der Rest hätte sich ja trotzdem lohnen können. Das ist allerdings nur bedingt der Fall.

Man sollte meinen es wäre interessant zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen Zack und Aeris entwickelt und wie er sich mit Cloud anfreundet. Allerdings wird all das viel zu oberflächlich behandelt. Mit Aeris kommt er quasi nach ihrem ersten Treffen bereits zusammen und mit Cloud bestreitet er vor Nibelheim nur eine Mission und plötzlich scheinen sie die besten Freunde zu sein. Das selbe trifft auf Cissney zu, einem Turk der aus Before Crisis zu stammen scheint.

Außerdem gibt es zwei neue Charaktere (mit den furchtbaren Namen Genesis und Angeal) die mit Sephiroth befreundet waren und Einfluss auf seine Rolle in Final Fantasy VII haben. Deren Geschichte wäre an sich zwar ganz okay (wenn man diesen dummen Klon-Aspekt mal ignoriert ... und die Tatsache, dass Genesis andauernd in Zitaten redet), wird aber auch viel zu oberflächlich behandelt.

An der Stelle hätte es schon geholfen, Zacks Beziehung zu Angeal (seinem Mentor) erstmal auszubauen bevor die eigentliche Story ins Rollen gerät. So ging mir alles aber viel zu schnell. Und nach 15 Stunden war es dann auch schon vorbei.

Crisis Core

Die Story in solch einem Tempo zu erzählen wäre aber gar nicht nötig gewesen. Das Spiel bietet nämlich 300 Nebenmissionen die größtenteils identisch ablaufen und nur wenige Locations zu bieten haben. Hätte man sicherlich auch weglassen und sich mehr auf die Story fokussieren können. Vor dem Endkampf fehlten mir immerhin noch sage und schreibe 87% aller Missionen!

Dummerweise können bestimmte Items nur auf diese Art und Weise erlangt werden, darunter Beschwörungen und zusätzliche Accessoire-Slots. Letztere sollten auf jeden Fall eingesackt werden, da ansonsten nur zwei verfügbar sind. Und diese reichen bei Weitem nicht aus, wenngleich Substanzen ebenfalls als eine Art von Accessoire fungieren.

Diese verleihen nämlich Boni, welche sich mithilfe von Fusionen noch verstärken lassen. Sollte auf jeden Fall für höherstufige Substanzen verwendet werden, da deren Boni ansonsten schlechter sind als maximierte Substanzen niedrigerer Stufen. 

Materia

Das Aufleveln der Substanzen erfolgt übrigens komplett zufällig, genauso wie Limit Breaks, Beschwörungen oder normale Level-Ups (wenngleich bei letzteren ein unsichtbarer Exp-Zähler mitläuft und es somit nicht komplett vom Zufall abhängt). Klingt zwar dumm, funktioniert an sich aber ganz gut. Die Art und Weise wie es passiert ist allerdings furchtbar nervig.

Während der Kämpfe läuft nämlich das sogenannte DMW-System (ein einarmiger Bandit der sich nur mit ganz bestimmten Substanzen manipulieren lässt), welches Boni wie Unverwundbarkeit oder kostenlose Magie aktivieren kann. Läuft wunderbar im Hintergrund vonstatten, weswegen es nie nerven dürfte. Die Limit Breaks, welche teilweise im Sekundentakt aktiviert werden, sind aber grauenhaft. Sie pausieren den Kampf, zwingen einen auf das Ergebnis zu warten, und wenn tatsächlich ein Limit Break erfolgt, dann darf man sich immer und immer wieder die selben Animationen anschauen.

Sind für Bosskämpfe zwar praktisch, zumal erfolgreiche Aktivierungen die HP, MP und AP aufs Doppelte steigern können, aber bei einem Action-RPG will ich doch nicht ständig unterbrochen werden. Beschwörungsanimationen kann man wenigstens abbrechen, wieso also nicht die Limits Breaks? Und warum ist Aeris' Heilwelle so nutzlos? Ich war nie auch nur im Geringsten verwundet, wenn diese aktiviert wurde.

Zack bekommt eh soviel Geld, dass er in Items nur so schwimmt. Außerdem kann er überall einkaufen. Von daher sollte man ihn nach jedem Treffer problemlos hochheilen können. AP sind dementsprechend auch kein Problem, wodurch ich gar nicht kritisieren kann, dass man fürs Ausweichen und Verteidigen Ressourcen verschwenden muss.

Assault Twister

Das Kampfsystem ist dafür extrem simplistisch. Die meiste Zeit reicht es vollkommen aus entweder mit dem Schwert um sich zu hauen oder Magie zu spammen. Mehr als zwei Elementarzauber, einen Heilzauber sowie einen Gruppenangriff habe ich aber nie gebraucht. Die restlichen Slots wurden mit Bonus-Substanzen wie HP+ gefüllt.

Mit Spielen wie Kingdom Hearts kann Crisis Core es also nicht aufnehmen, schon weil Random Encounter zum Einsatz kommen und einem nach jeder Aktion eine Pause aufgezwungen wird. Wäre ohne das DMW-System sicherlich erträglich, aber so hat es mich auf Dauer einfach nur genervt.

Activating Combat Mode - Limit Break - Limit Break - Limit Break - Conflict Resolved ... Activating Combat Mode - Limit Break - Limit Break ...

Die Minispiele sind teilweise genauso nervig. So darf Zack an einer Stelle Raketen zerschneiden die auf ihn zugeflogen kommen ... und keinen Schaden anrichten falls sie ihn treffen sollten. Die Scharfschützensequenz im vorletzten Kapitel ist aber noch viel schlimmer. "Erschieße die Roboter oder sie werden flüchten." Warum zum Henker soll ich sie dann überhaupt erschießen? Und wer dachte, dass sich sowas mit PSP-Steuerung gut spielen würde?

Zack Fair

Das war dann auch das Wichtigste zum Gameplay, aber ich muss auf jeden Fall noch die "tollen" Anspielungen auf FF7 ansprechen. So  darf Zack an einer Stelle eine Bar benennen, die im Hauptspiel als Unterschlupf von Avalanche dient ... woraufhin der Kerl mit dem Zack redet in etwa folgendes sagt: "Das wäre der perfekte Unterschlupf für eine Anti-Shinra Organisation!"

Weil wozu sollten diese Anspielungen auch subtil sein? Im Anschluss beschreibt er übrigens die perfekte Bardame: eine Frau mit langen Beinen und großen Brüsten (die garantiert nicht Tifa heißt).

In Nibelheim kann Zack außerdem einen ganz bestimmten Sarg öffnen ... und macht ihn dann wieder zu, weil er die dort schlafende Person nicht wecken will. Weil normale Menschen natürlich genau so reagieren würden.

Yuffie hat auch keine wirkliche Existenzberechtigung, kommt aber trotzdem in der ersten Wutai-Mission vor und belästigt Zack daraufhin mit Schatzjäger-Aufgaben. Eine davon schaltet Cait Sith als Beschwörung frei, was genauso unnötig ist.

Von daher ist Crisis Core eine eher durchwachsene Angelegenheit. Kann man sich als Fan der Serie sicherlich anschauen, aber für meinen Geschmack wurde viel zu viel Potenzial verschwendet.


 

Abschließende Bewertung



Crisis Core ist ganz okay, kann aber weder in Sachen Story noch Gameplay wirklich überzeugen. Erstere ist viel zu oberflächlich und letzteres leidet unter dem DMW-System, welches die Kämpfe unnötig in die Länge zieht.

 

Positive Aspekte von Crisis Core


  • sowohl die Story als auch die Kämpfe sind gut in Szene gesetzt
  • die Beschwörungsanimationen lassen sich jederzeit abbrechen
  • Zack schwimmt nur so in Geld und kann jederzeit auf Shops zugreifen
  • das Kampfsystem geht aufgrund seines simplen Konzepts gut von der Hand
  • Limit Breaks können die HP, MP und AP auf bis zu 200% steigern

 

Negative Aspekte von Crisis Core


  • viele unnötige Anspielungen und Gastrollen
  • viel zu viele Nebenmissionen die sich kaum voneinander unterscheiden
  • die Charaktere und ihre Beziehungen werden allesamt viel zu oberflächlich behandelt
  • das DMW-System ist aufgrund der ständigen Unterbrechungen und nicht überspringbarer Limit Breaks einfach nur nervig
Crisis Core Reviewed von Jack am 2015-10-04 Rating: 3