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[Review] Cosmic Star Heroine

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Cosmic Star Heroine ist das neueste JRPG von Zeboyd Games, den Entwicklern von Breath of Death VII und Cthulhu Saves the World. Ich kann zwar nicht behaupten ein Fan dieser Spiele zu sein, aber mit Cosmic Star Heroine schienen sie endlich ein rundum gelungenes Projekt auf die Beine gestellt zu haben das sich an SNES Klassikern wie Chrono Trigger orientiert, was vor allem beim Gameplay offensichtlich wird. 

Wenn ich schon so anfange, könnt ihr euch aber sicherlich denken, dass es irgendein Problem geben muss. Und das habe ich quasi schon genannt. Es sieht zwar wie eine wunderbare Homage an die Zeiten des SNES aus und hat dazu auch noch gut gemachte Zwischensequenzen zu bieten, aber es fehlt schlichtweg an Substanz die einen zum spielen bewegen könnte.

Damit meine ich allerdings weniger das Gameplay als die Story und die Charaktere. So erzählt das Spiel von einer Geheimagentin die sich nach wenigen Missionen von ihrer Agentur abwendet um deren finstere Machenschaften zu stoppen, was zwar alles andere als kreativ ist, aber durchaus eine ordentliche Prämisse abgeben würde. Daraus wird allerdings nicht viel gemacht, schon weil die Story in Windeseile an einem vorbeirauscht und somit nie auch irgendwie Spannung aufkommen kann.

Cosmic Star Heroine

Das ist vor allem dann schade, wenn die Zwischensequenzen eine coole Story-Entwicklung versprechen die Ingame aber auf langweilige Art und Weise abgearbeitet wird. Das beste Beispiel ist eine frühe Sequenz in der plötzlich ein gewaltiger Mech eingeflogen wird ... und anschließend dumm in der Gegend rumsteht während man ein Gebäude erklimmt und den Boss in drei Phasen abarbeitet, was sicherlich nicht länger als eine Viertelstunde dauert. Der Mech kommt außerdem wie aus dem Nichts obwohl die Story eine wesentlich sinnvollere Entwicklung hergegeben hätte.

Anschließend fliegt man von Planet zu Planet (von denen es leider nur drei gibt) und arbeitet kleinere Storylines ab bevor es nach circa 10 Stunden bereits zum Finale geht. Und das ist trotz cooler Einleitung ebenfalls alles andere als spannend. Aber gut, nicht jedes Spiel kann eine fantastische Story erzählen die einen von Anfang bis Ende packt. Solange die Charaktere einen bei der Stange halten kann das ja schon reichen. Hat bei Trails of Cold Steel immerhin auch gut funktioniert bis die Story endlich ins Rollen kam (und weit darüber hinaus).

Das Problem ist nur, die Charaktere in Cosmic Star Heroine kann man kaum als solche bezeichnen. Da gibt es die Geheimagentin, ihren Hacker-Kollegen, einen anderen Kollegen, einen tanzenden Roboter, einen Kopfgeldjäger, ein riesiges Insekt ... und zu jedem könnte ich euch vielleicht einen Satz erzählen. Eventuell auch zwei. Mehr geben sie aber wirklich nicht her. Das selbe trifft auf alle NPCs und Antagonisten zu. Statt interessanter Charaktere hat Cosmic Star Heroine also eine Bande von eindimensionalen Langweilern zu bieten.

JRPG Rollenspiel

Von daher hätten sich die Entwickler nicht nur in Sachen Gameplay sondern auch in Sachen Story von Chrono Trigger inspirieren lassen sollen. Stattdessen leidet das Spiel unter dem selben Problem wie Chrono Cross: viel zu viele Charaktere für die einfach keine Zeit ist. Hier sind es zwar nur 11  statt 45, bei einer Spielzeit von 10 Stunden sind das aber trotzdem viel zu viel. Die Hälfte hätte es auch getan, wenngleich man in den Kämpfen dann nicht so viele Optionen hätte. Wobei es natürlich auch möglich gewesen wäre den Rest zu Nebencharakteren zu degradieren damit sich die Charakterentwicklung zumindest auf eine kleine Hauptgruppe fokussieren kann.

Mehr habe ich dazu aber nicht zu sagen. Von daher will ich jetzt noch kurz aufs Gameplay zu sprechen kommen, welches sich als einziges wirklich lohnen könnte. Wenn ihr denn gewillt seid auf Heroine oder Super-Spy zu spielen, sprich den beiden härteren Schwierigkeitsgraden. Alles darunter ist die meiste Zeit ein Kinderspiel. Da haben selbst die Endbosse trotz mehrerer Phasen nichts zu bieten und hauen teilweise sogar einstellige Schadenswerte raus. Ich hätte den Schwierigkeitsgrad zwar jederzeit ändern können, aber wozu es mir schwer machen wenn mir das Spiel eh keine wirkliche Freude bereitet?

Anime

Beim Gameplay haben sich die Entwickler wie bereits erwähnt von Chrono Trigger inspirieren lassen, sprich die Gegner sind jederzeit sichtbar und werden auch dort bekämpft wo man ihnen begegnet, sprich es gibt keinen separaten Kampfbildschirm. Im Gegensatz zu anderen JRPGs kann man aber nicht wahllos seine Fähigkeiten verballern. Die meisten sind nämlich nur einmal einsetzbar und müssen anschließend neu geladen werden, was gleichzeitig als Verteidigung fungiert.

Dazu kommen Items die allerdings nur begrenzt einsetzbar sind (da man diese in Slots einsetzen muss von denen es nur wenige gibt), sowie Programme die von den Schildern der jeweiligen Charaktere abhängen. Insofern nicht anders beschriftet, sind diese allerdings ebenfalls nur einmal einsetzbar. Das selbe trifft auf mächtige Fähigkeiten zu die man gegen Ende des Spiels erhält.

Man muss sich außerdem entscheiden welche Fähigkeiten man in den Kampf mitnehmen möchte. Es sind nämlich nur 8 Slots verfügbar, beziehungsweise eigentlich nur sieben, da der letzte für Verteidigungs-Fähigkeiten reserviert ist. Von daher wäre eine gute Balance aus Buffs, Debuffs, Heilung und Angriffen ganz sinnvoll. Natürlich über die Gruppe verteilt da nicht jeder alles gleich gut kann.

Skills

Es gibt außerdem zwei spezielle Zustände: Hyper und Desperation. Beide erhöhen den Schaden der in der entsprechenden Runde angerichtet wird, was mithilfe von Buffs oder spezialisierten Fähigkeiten noch verstärkt werden kann. Hyper ist vom Schild abhängig und somit jederzeit berechenbar, wodurch man sich bereits im Vorfeld hochbuffen kann um zum Beispiel einen mächtigen Gruppenzauber zu entfesseln.

Desperation tritt dafür nur dann zutage wenn der Charakter eigentlich sterben würde, er durch Angriffe aber genügend Style-Punkte gesammelt hat um eine weitere Runde überleben zu können. Diese kann er entweder nutzen um sich zu heilen oder um die Gegner mit sich in den Tod zu reißen. Bei Bosskämpfen ist Heilung aber auf jeden Fall die sinnvollere Alternative, außer natürlich man besitzt einen Wiederbelebungszauber oder eine Waffe die den Charakter einmalig von den Toten auferstehen lässt.

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Von daher ist das Kampfsystem eigentlich ganz cool und lässt aufgrund der Menge an Partymitgliedern viele verschiedene Spielweisen zu. Es mangelt allerdings ein bisschen an Ausrüstungs-Vielfalt. So gibt es anfangs zwar viele verschiedene Schilde mit denen man seine Gruppe ausrüsten kann (was dementsprechend zu unterschiedlichen Programm-Kombinationen führt), aber gegen Ende hatte fast jeder Charakter den selben ausgerüstet weil ansonsten ihre Werte drunter gelitten hätten. Optionale Sidequests waren an der Stelle die einzige Möglichkeit für ein bisschen Abwechslung zu sorgen.

Ansonsten gibt es zum Gameplay nicht viel zu sagen. Es ist halt ein typisches JRPG mit einer handvoll Sidequests sowie ein paar Superbossen die ich allerdings beim ersten Versuch bezwingen konnte. Wie bereits erwähnt solltet ihr also auf Heroine spielen, wenn ihr das denn überhaupt noch wollt nachdem ihr dieses Review gelesen habt. Persönlich würde ich euch aber zu I Am Setsuna raten, wenn es denn ein von Chrono Trigger inspiriertes Spiel sein soll. Das fand ich zwar auch ein bisschen mangelhaft, in Sachen Story und Charaktere hat es aber trotzdem mehr zu bieten.


 

Abschließende Bewertung



Cosmic Star Heroine ist oberflächlich gesehen zwar ein hübsches Spiel, aber die langweilige Story und die eindimensionalen Charaktere sind alles andere als motivierend. Und das Gameplay dürfte nur auf den höheren Schwierigkeitsgraden eine wirkliche Herausforderung darstellen.

 

Positive Aspekte von Cosmic Star Heroine



  • man kann jederzeit speichern und den Schwierigkeitsgrad ändern
  • die Grafik sowie die animierten Zwischensequenzen können sich durchaus sehen lassen
  • das Kampfsystem ist gut gemacht und lässt dank der Menge an Partymitgliedern viele verschiedene Spielweisen zu

 

Negative Aspekte von Cosmic Star Heroine


  • man muss schon auf den schwereren Schwierigkeitsgraden spielen um eine wirkliche Herausforderung zu erleben
  • die Story ist trotz der animierten Zwischensequenzen sehr langweilig und wird viel zu schnell abgearbeitet
  • die Charaktere sind allesamt sehr eindimensional und langweilig da man so gut wie nichts über sie erfährt
Cosmic Star Heroine Reviewed von Jack am 2017-05-19 Rating: 3

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