Agoraphobia Review - Jack-Reviews.com

Agoraphobia Review


RPG-Maker Horror
Agoraphobia ist ein psychologisches Horror Adventure welches mit dem RPG-Maker 2003 erstellt wurde
Ich bin zwar der Meinung, dass 2D Horrorspiele nur selten wirklich gruselig sind, aber da Agoraphobia ein nicht-lineares Spielerlebnis versprach habe ich mich trotzdem für den Betatest gemeldet. Darauf basiert auch ein Großteil dieses Reviews, wenngleich ich noch einen Durchgang durch die Vollversion unternommen habe um eventuelle Änderungen zu sehen.

Bevor ihr euch von Agoraphobia zuviel erwartet schonmal ein Hinweis: Ihr könnt zwar ab einem gewissen Punkt frei entscheiden wie ihr vorgeht und auch mehrere Endings erspielen, aber die grundlegenden Elemente des Spiels bleiben immer gleich. Die Dialoge mögen hier und da variieren, was unter anderem davon abhängt ob ihr ein neues Spiel gestartet habt oder bereits ein Ending erspielt habt, aber das Spiel ändert sich nie so dramatisch das sich für jedes Ende ein neuer Durchgang lohnen würde. Das Setting gibt dafür auch nicht genug her, immerhin beschränkt sich die Story auf ein zweistöckiges Anwesen mit Keller.

Das heißt allerdings nicht, dass Agoraphobia schlecht ist.

Agoraphobia Review
Das Spiel erzählt die Geschichte von Fiona, einem jungen Mädchen das ihre Eltern verloren hat und die mit ihrer Tante und deren Butler in einem prächtigen Anwesen wohnt. Allerdings kann Fiona ihre Tante nicht wirklich leiden, was auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint.

Eines Nachts hört sie einen mysteriösen Schrei durchs Haus hallen und glaubt das ihrer Tante etwas zugestoßen ist. Der Versuch in ihr Schlafzimmer vorzudringen erweist sich allerdings als nutzlos und selbst der Butler scheint wie vom Erdboden verschluckt. Und daraufhin versinkt Fiona in einem grauenhaften Alptraum. Oder läuft relativ ungehindert durchs Haus...

Wie schlimm die Horroreffekte sind variiert nämlich von Durchgang zu Durchgang. Beim ersten Male habe ich viele Effekte zu sehen bekommen und wurde öfters von düsteren Gestalten gejagt. Der zweite Durchgang war eher harmlos, allerdings wusste ich auch was zu tun war und habe deswegen ein Ereignis nicht ausgelöst das alles nur noch schlimmer zu machen scheint. In der Vollversion ging es aber selbst dann recht ruhig zu.

Agoraphobia ReviewOb die Effekte wirklich gruselig sind ist natürlich Ansichtssache. Die Jumpscares habe ich selten kommen sehen und sind teilweise auch sehr gut gemacht. Die subtileren Momente kommen in 2D aber nicht so gut rüber.
Aufgrund der Story hätte Maister-Räbbit, der Entwickler, aber ruhig noch etwas drauflegen können.

Was mich an Agoraphobia aber wirklich gestört hat sind die Gegner. Deren Verhalten ist von Clocktower inspiriert und meiner Meinung nach genauso nervig wie in der Vorlage. Monster erscheinen, man rennt durchs Haus, sucht ein Versteck und wartet bis die Musik abklingt. Fertig. Und das passiert immer und immer wieder. Beim ersten Mal hatte ich teilweise Momente in denen ich einfach keine Verschnaufpause bekommen habe.

Das ist vor allem deshalb nervig weil die Gegner in der Beta keine Abklingphase zu haben schienen. Laut eigenen Aussagen hat Maister-Räbbit das in der Vollversion aber behoben.

RPG-Maker Horror

Ihr solltet aber trotzdem so oft wie möglich speichern. Das ist zum Glück so gut wie überall möglich, wenngleich ich mir dessen in der Beta nicht bewusst war da Speicherzettel etwas anderes suggeriert haben. Die wurden in der Vollversion aber entfernt.

Abgesehen von diesen Schwächen ist es aber ein gutes Horror Adventure mit einer interessanten Story die man vermutlich erst nach zwei Durchgängen und mehreren Endings komplett versteht. Die Rätsel sind allesamt relativ simpel, die Lightmaps sehr atmosphärisch und die wenigen Quick-Time-Events kann man eigentlich nur verlieren wenn man währenddessen einschläft.

Aus dem Konzept hätte aber wesentlich mehr gemacht werden können. Paranormal ist z.B. ein gutes Beispiel für ein Horrorspiel das jedes Mal etwas neues bietet, selbst wenn man es schon Dutzende Male gespielt hat. Es ist zwar nicht ohne Fehler, aber momentan werkelt der Entwickler an einem Remake sowie einer kostenlosen Erweiterung. Aber darum geht es hier ja nicht.

Ich kann euch Agoraphobia auf jeden Fall empfehlen. Es ist keinesfalls der heilige Gral der RPG-Maker-Horror-Games, aber es ist ein interessantes Spiel das unter ein paar Gameplaymängeln leidet und mehr hätte bieten können.

 

Abschließende Bewertung



Lightning Returns mag einige Schwächen haben, aber es hat mir von Anfang bis Ende Spaß gemacht und ist storytechnisch ein guter Abschluss der Serie.

 

Positive Aspekte von Agoraphobia


  • man kann jederzeit speichern
  • beim zweiten Durchgang ändern sich diverse Ereignisse
  • die Spielzeit beläuft sich auf 2 - 3 Stunden, perfekt für eine nächtliche Runde
  • eine interessante Story die sich über mehrere Durchgänge und Endings entfaltet
  • dank Lighmaps und teilweise unvorhersehbaren Schockeffekten sehr atmosphärisch

 

Negative Aspekte von Agoraphobia



  • das Gegnerverhalten ist genauso nervig wie in Clocktower
  • man kann zwar entscheiden wie man vorgeht, aber schlussendlich bleibt ein Großteil des Spielablaufs gleich
  • das Spiel bietet zwar sechs Endings, aber mehr als zwei Durchgänge würde ich niemandem empfehlen
Agoraphobia Reviewed von Jack am 2014-07-21 Rating: 4