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[Review] The Infectious Madness of Doctor Dekker

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The Infectious Madness of Doctor Dekker ist im Grunde ein FMV Therapie-Simulator, was zugegebenermaßen alles andere als interessant klingt. Zwei Aspekte haben allerdings dafür gesorgt, dass ich selbst ohne Preisnachlass mal einen Blick riskiert habe. Da wäre zum einen die Tatsache, dass man im Laufe der Handlung herausfinden muss wer von den Patienten den namensgebenden Doktor Dekker ermordet hat. Dieser Aspekt wird außerdem noch dadurch verbessert, dass der Mörder jedes Mal rein zufällig gewählt wird. Dadurch ändert sich zwar nicht das ganze Spiel, aber alle Hinweise auf den Mörder müssen natürlich irgendwie anders verpackt werden.

Der zweite Aspekt ist allerdings noch interessanter: statt herkömmliche Probleme zu behandeln, darf man sich mit Patienten auseinandersetzen die glauben übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen. So gibt es zum Beispiel einen Mann der behauptet, dass die Zeit um Mitternacht zum Stillstand kommt und er für eine Stunde tun und lassen kann was auch immer er will. Deswegen wird das Spiel vermutlich auch als Lovecraftian Murder Mystery bezeichnet. Das finde ich persönlich aber etwas unpassend. Es gibt zwar Elemente die durchaus dazu passen würden, diese spielen aber eine eher untergeordnete Rolle.

Mehr kann ich zur Story eigentlich nicht sagen ohne zu viel vorwegzunehmen, von daher bleibt nur noch das Gameplay. Dieses funktioniert auf Basis eine Text Parsers, sprich alle Fragen die man den Patienten stellen will muss man selber eingeben. Dabei reicht es in den meisten Fällen Teile ihrer Aussagen zu wiederholen, was nicht mal eine wirkliche Frage sein muss. Wenn eine neue Person namentlich genannt wird, so kann man zum Beispiel einfach diesen Namen wiederholen um zusätzliche Informationen zu erhalten. Ein Fragezeichen ist dabei auch nicht nötig.

Murder Mystery

Wenn man irgendwann nicht weiter weiß, dann kann es helfen sich die vorherigen Aussagen nochmal anzusehen. Diese werden teilweise farblich markiert falls es da noch irgendwas gibt wo man nachhaken könnte. Entsprechende Abschnitte werden außerdem hervorgehoben wenn man die entsprechende Option nicht vorher deaktiviert. Irgendwann dürfte allerdings der Punkt erreicht sein, wo man tatsächlich nicht weiter weiß. Hat man zu diesem Zeitpunkt alle wichtigen Fakten gesammelt (sprich der Punkt neben dem Namen des Patienten ist orange), dann könnte man theoretisch mit einem anderen Patienten weitermachen. Ist der Punkt allerdings noch rot und es fällt einem nichts weiter ein, dann kommt man nicht darum herum "Hint" einzugeben damit einem die nächste Frage verraten wird.

Ist zwar eigentlich ganz nützlich, aber schlussendlich habe ich circa 170 Mal davon Gebrauch machen müssen. Teilweise sogar weil ich nicht über die rote Phase hinaus gekommen bin. Entweder weil ich keine Ahnung hatte was ich jetzt noch fragen soll, oder weil ich zwar die richtige Idee hatte, aber nicht die richtigen Worte verwendet habe. So musste ich an einer Stelle von einem Darlehen statt von Geld reden obwohl der Patient selber nur das Geld erwähnt hat. Das Darlehen wurde zwar früher schon erwähnt, aber trotzdem hätte beides funktionieren müssen. Ein typischen Problem von Spielen die Text Parser verwenden.

FMV Murder Mystery

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass das Spiel mit circa 13 Stunden zwar einiges an Inhalt zu bieten hat, aber selbst damit gibt es nicht genug Gesprächsfetzen um die Sitzungen 100%ig realistisch zu gestalten. So kann es zum Beispiel passieren, dass ein Charakter einen bestimmten Begriff erwähnt, aber wenn man dann nachhaken will hat er plötzlich keine Ahnung was das sein soll. Mag für die Story dann zwar irrelevant sein, aber es zerstört halt schon die Illusion, dass man hier mit echten Menschen redet.

Auf Fragen der Charaktere zu reagieren funktioniert außerdem nicht immer einwandfrei. So wurden ein paar meiner Antworten obwohl ich mit "No," begonnen habe als bejahende Reaktionen gewertet. Wie im Falle meiner Sekretärin, die von einer Gehaltserhöhung gewitzelt hat und meine Verneinung plötzlich als Anreiz nahm ihr Gehalt tatsächlich zu erhöhen. Sie war auch richtig von begeistert, also war das sicherlich kein zweiter Scherz.

Manchmal soll man sich die Antworten außerdem selber ausdenken, so zum Beispiel bei der Frage wie man nach der Arbeit abschaltet. Sowas wie Filme schauen, ein Bad nehmen oder mit Freunden ausgehen funktioniert da schlichtweg nicht. Sich mithilfe von Sex zu entspannen geht aber natürlich...

The Infectious Madness of Doctor Dekker

Ansonsten habe ich eigentlich nur noch ein Problem: die mangelhaften Notizen. Die sind zwar eigentlich ganz nützlich um bestimmte Fakten festzuhalten, aber statt für jeden Patienten einen eigenen Zettel verwenden zu können, muss man sich mit einer langen Liste zufriedengeben. Ein paar Informationen werden außerdem automatisch festgehalten, viele andere aber nicht. Soll Spieler sicher dazu ermutigen sich selbst Notizen anzulegen, aber allzu logisch ist das nicht.

Von den gameplaytechnischen Probleme abgesehen ist The Infectious Madness of Doctor Dekker aber durchaus ein Spiel das ich empfehlen würde. Nicht nur weil es interessante Stories zu erzählen hat, sondern weil die Darsteller ihre Sache sehr gut machen. Die dummen Jumpscares mit der Sekretärin hätten sich die Entwickler aber sparen können, schon weil es logisch keinerlei Sinn ergibt. Außer vielleicht sie ist nebenberuflich als Ninja tätig. Oder bekommt einen Kick wenn sie es schafft andere Menschen zu erschrecken.




The Infectious Madness of Doctor Dekker ist ein interessantes FMV Spiel dessen Text Parser es allerdings unmöglich macht alle Fragen ohne die Hinweis-Funktion abzuarbeiten. Dass der Mörder jedes Mal per Zufall entschieden wird und es mehrere Endings gibt, könnte allerdings für einen gewissen Wiederspielwert sorgen.

 

Positive Aspekte von The Infectious Madness of Doctor Dekker

  • ordentliche Spielzeit von über 13 Stunden
  • die Darsteller leisten durchgehend gute Arbeit 
  • die Patienten haben einige interessante Stories zu erzählen
  • Wiederspielwert dank zufällig gewähltem Mörder und mehreren Endings
  • dank der Hilfe-Funktion kann man immer weiterkommen selbst wenn man irgendwann nicht weiter weiß

 

Negative Aspekte von The Infectious Madness of Doctor Dekker

  • alle Fragen ohne die Hilfe-Funktion zu finden dürfte absolut unmöglich sein
  • die Notizen bestehen nur aus einer langen Seite anstatt zumindest pro Patient geordnet zu sein
  • der Text Parser funktioniert größtenteils zwar gut, teilweise kann es aber auch mit der richtigen Idee einige Zeit dauern die richtige Frage zu finden
The Infectious Madness of Doctor Dekker Reviewed von Jack am 2017-08-17 Rating: 3.5

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